Früherer Einsatz des Honda-Motors
Aston Martin hat den überarbeiteten Honda-Motor früher als ursprünglich geplant getestet. Der Motor, der eigentlich erst beim Großen Preis der Niederlande nach der Sommerpause in Zandvoort seine Premiere feiern sollte, wurde bereits bei einem Filmtag auf dem Hungaroring eingesetzt. Dieser Test fand nach dem Ungarn-Grand-Prix statt.
Der Test erfolgte im Rahmen eines sogenannten Filmtags, bei dem Aston Martin mit dem US-amerikanischen Reservefahrer Jak Crawford am Steuer auf der Strecke war. Solche Filmtage sind für Marketing- oder Werbezwecke vorgesehen und unterliegen strengen Regeln, wie einer maximalen Distanz von 200 Kilometern und der Verwendung spezieller Demo-Reifen. Teams nutzen diese Gelegenheiten jedoch zunehmend, um technische Innovationen unter realen Bedingungen zu evaluieren, bevor sie im Rennen eingesetzt werden.
Die Entscheidung, den Motor früher zu testen, ist auf eine Intensivierung des Programms seitens Honda zurückzuführen. Im Cockpit von Crawfords Rennwagen befand sich der verbesserte Motor, der wichtige Daten für die Ingenieure lieferte. Die Bedingungen auf dem Hungaroring waren optimal, da der Grand-Prix nur wenige Tage zuvor stattgefunden hatte, was direkte Vergleichswerte zur alten Antriebseinheit ermöglichte.
Vorteile durch ADUO-Regelung und erwartete Leistungssteigerung
Honda profitiert bei der Entwicklung des Motors von der sogenannten ADUO-Regelung, was für „Additional Development and Upgrade Opportunities“ steht. Diese Regelung soll Motorenherstellern, die einen Rückstand aufweisen, die Möglichkeit geben, diesen während der Saison aufzuholen. Bei einem Rückstand von mindestens zwei Prozent beim Verbrennungsmotor erhalten Hersteller zusätzlichen Entwicklungsspielraum.
Im Fahrerlager wird spekuliert, dass die Japaner mit der ersten Antriebseinheit einen Rückstand von sechs bis acht Prozent hatten. Die Nutzung des ADUO-Systems ermöglicht es Honda, die Power Unit während der Saison zu modifizieren. Auch andere Teams wie Audi und Ferrari haben dieses Programm bereits genutzt, um ihre Motoren anzugleichen. Honda hat zudem die Möglichkeit, in der Winterpause weitere Anpassungen vorzunehmen.
Shintaro Orihara, Hondas Chefingenieur, äußerte sich im Juni zur Leistung des Motors und betonte die Konzentration auf die Weiterentwicklung der Motorleistung über den Sommer hinweg. Ziel sei es, die Verbrennung zu optimieren und Reibungsverluste zu reduzieren, um die Leistung zu steigern. Die ersten Eindrücke des überarbeiteten Motors sollen positiv gewesen sein, ohne registrierte Vibrationen.

Berichten zufolge soll die Spitzenleistung des Motors spürbar erhöht worden sein, wobei von bis zu 30 PS mehr die Rede ist. Obwohl dies nicht ausreichen dürfte, um um Siege zu kämpfen, könnte es Fernando Alonso und Lance Stroll ermöglichen, im Mittelfeld wieder regelmäßig um WM-Punkte zu fahren. Der Honda-Motor galt zuvor als das schwächste Triebwerk im Feld.
Umfassendes Update-Paket und zukünftige Pläne
Der Einsatz des neuen Motors ergänzt ein bereits umfangreiches Update-Paket, das Aston Martin für das letzte Rennen vor der Sommerpause geschnürt hatte. Dieses Paket umfasste einen grunderneuerten Rennwagen auf dem Hungaroring, der eine deutliche Verbesserung der aerodynamischen Performance brachte. Fernando Alonso erreichte mit der B-Version des AMR-26 erstmals die zweite Runde des Qualifyings, und im Rennen kamen beide grünen Autos vor Cadillac, Williams und Haas ins Ziel.
Die modifizierte Power Unit soll das umfassende Update-Paket von Adrian Newey ergänzen und ihr offizielles Debüt beim Formel 1-Rennen in Zandvoort Ende August geben. Hondas Trackside-Manager Shintaro Orihara bestätigte, dass das Team in Ungarn entscheidende Daten gesammelt habe, die für das nächste Rennen hilfreich sein werden. Die neue Spezifikation des Motors hatte zuvor alle Tests auf dem Prüfstand in Sakura bestanden.
Trotz eines erwiesenen Rückstands von deutlich mehr als vier Prozent in dieser Saison, der Honda im Rahmen der ADUO-Regeln sogar zwei zusätzliche Updates ermöglichen würde, konzentrieren sich die Japaner vorerst auf einen vernünftigen Schritt im Sommer. Die Spekulationen in den sozialen Netzwerken reichen von einer Verbesserung von drei Zehnteln bis hin zu mehr als einer Sekunde pro Runde durch das Update. Ein Sprecher der F1-Abteilung von Honda bestätigte, dass der neue Motor beim Filmtag auf der Strecke zum Einsatz kam.

Mit dem Doppel-Upgrade, bestehend aus dem Chassis-Paket und dem verbesserten Motor, will Aston Martin eine Wende einleiten und sich weiter vom Ende der WM-Tabelle entfernen. Die Ingenieure konnten anhand der verfügbaren Telemetriedaten direkte Vergleiche mit dem beim Ungarn-Grand-Prix eingesetzten Paket anstellen, was die Erwartungen an den neuen Motor hoch hält.
Der Filmtag in Budapest diente als wichtiger erster Shakedown für den überarbeiteten Honda-Motor, bevor er seine offizielle Grand-Prix-Premiere in Zandvoort feiern soll.
Source: speedweek.com
