Wissenschaftler der University of Bradford haben mit Gesichtserkennungstechnologie eine unbekannte Skizze von Anne Boleyn identifiziert, was in der kunsthistorischen Fachwelt auf Skepsis stößt. Die Analyse zeigt, dass eine Skizze mit der Katalognummer RCIN 912190 möglicherweise Anne Boleyn darstellt.
Die Forscher unter der Leitung von Karen Davies glauben, dass eine andere Skizze fälschlicherweise als Porträt von Anne Boleyn beschriftet wurde und tatsächlich ihre Mutter darstellt. Dies könnte die Diskussion über die Identität und das Aussehen von Boleyn neu entfachen.
Die Methodik der Gesichtserkennung könnte für zukünftige kunsthistorische Ermittlungen nützlich sein. Dabei verglichen die Wissenschaftler Zeichnungen mit den Gesichtern von Anne Boleyns Verwandten, um Ähnlichkeiten zu finden.
Es ist bemerkenswert, dass es kein gesichertes Porträt von Anne Boleyn gibt, das als Referenzpunkt dienen könnte. Dr. Charlotte Bolland äußerte: „Wir haben kein zu Lebzeiten gemaltes Porträt von ihr, das absolut sicher ist.“
Die Studie nutzt Gesichtserkennungssoftware, die normalerweise für Fotos eingesetzt wird. Professor Hassan Ugail erklärte: „Worauf wir schauen, ist eine Gruppe von Zeichnungen, und dann vergleichen wir diese Zeichnungen durch einen maschinell gelernten Algorithmus.“ Das Ergebnis hat das Team überrascht und schockiert.
Die Identität der Skizze ist jedoch nicht endgültig bestätigt. Es gibt erhebliche Skepsis in der Fachwelt über die Methodik der Gesichtserkennung bei historischen Kunstwerken.
