„Die Trockenheit in Deutschland zieht sich mittlerweile über viele Monate“, sagt Dominik Jung vom Deutschen Wetterdienst. Die Dürre hat bereits jetzt alarmierende Ausmaße erreicht, die normalerweise erst im Hochsommer zu beobachten sind. Der Niederschlag war in den letzten Monaten extrem gering.
Fakten zur Dürre:
- Im Dezember fielen nur 22 Liter pro Quadratmeter, was 40 Prozent des üblichen Niederschlags entspricht.
- In der ersten Aprilhälfte verzeichneten viele Messstationen weniger als 7 Millimeter Regen, was 41 Prozent der üblichen Menge darstellt.
- In mehreren Bundesländern wie Sachsen und Brandenburg herrscht die höchste Dürre-Stufe.
Die Auswirkungen der Dürre zeigen sich nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in der Waldbrandgefahr. Laut dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung erlebten zwischen 2015 und 2024 936 von 1435 NUTS-3-Regionen in Europa extreme bis außergewöhnliche Sommerdürre. Dies erhöht das Risiko von Waldbränden erheblich, wie die Saison von 2025 zeigt, als Deutschland und Frankreich einige der schlimmsten Brandereignisse verzeichneten.
Folgen für die Landwirtschaft:
- Die Böden sind so trocken wie sonst im Hochsommer, was die Bodenfeuchte stark verringert.
- Experten warnen vor einer möglichen Gefährdung der Ernährungssicherheit, insbesondere bei mediterranen Grundnahrungsmitteln.
- 70 Prozent der Flüsse in Europa führen weniger Wasser als im langjährigen Mittel.
Shouro Dasgupta vom CMCC betont: „Das Signal ist eindeutig.“ Die anhaltende Dürre stellt eine ernsthafte Bedrohung für die landwirtschaftliche Produktion dar und könnte langfristige Auswirkungen auf die Getreidepreise haben. Die Situation erfordert dringende Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Verbesserung der Wasserbewirtschaftung.
