Die Bundesregierung plant eine drastische Reform der Mitversicherung, die ab 2028 Ehepartner:innen einen Beitragszuschlag von 2,5 Prozent auferlegen wird, wenn sie nicht unter bestimmte Ausnahmen fallen. Diese Änderungen könnten vor allem Frauen in finanziell angespannten Lebenslagen stark belasten.
Wichtige Fakten zur Reform:
- Die beitragsfreie Mitversicherung wird eingeschränkt, was seit Jahrzehnten als selbstverständlich galt.
- Rund 1,6 Millionen Ehepartner:innen sind von dieser Reform betroffen.
- Die jährliche Mehrbelastung für betroffene Familien könnte zwischen 1.200 und 2.500 Euro liegen.
Die geplante Reform zielt darauf ab, die Finanzierungslücke der Krankenkassen zu schließen. Kritiker argumentieren, dass insbesondere Frauen leiden werden, da sie oft aufgrund von Care-Arbeit finanziell benachteiligt sind. Der VdK betont: „Leidtragende sind vor allem Frauen, die wegen Erziehungszeiten, fehlender Betreuungsplätze oder der Pflege von Angehörigen nicht arbeiten können und nun für ihre Care-Arbeit finanziell benachteiligt werden.“
Zusätzlich sieht die Reform eine Anhebung der Versicherungspflichtgrenze vor, was als Bürgerversicherung für Angestellte kritisiert wird. Dr. Florian Reuther äußerte: „Die geplante Anhebung der Versicherungspflichtgrenze ist faktisch die Bürgerversicherung für Angestellte – ein direkter Angriff auf die Wahlfreiheit von Millionen Arbeitnehmern.“
Nina Warken erklärte: „Wir setzen überwiegend auf der Ausgabenseite an.“ Die Reform soll noch vor der Sommerpause 2026 vom Bundestag verabschiedet werden. Politische Akteure wie die SPD haben bereits Bedenken angemeldet.
