„Ranzig. Stichig und schlammig.“ So beschreiben unabhängige Sensoriker den Geschmack mancher Olivenöle, wie der aktuelle Test von ÖKO-TEST zeigt. Die Untersuchung, die am 30. April 2026 veröffentlicht wurde, testete insgesamt 30 Olivenöle der höchsten Güteklasse „nativ extra“, deren Preise zwischen 7,99 Euro und 27,98 Euro pro Liter lagen.
Ergebnisse des Tests:
- 18 der getesteten Olivenöle tragen ein Bio-Siegel.
- Nur zwei Produkte erhielten die Bestnote „sehr gut“.
- Sieben Produkte fielen mit „mangelhaft“ durch.
- Viele Olivenöle sind mit mehreren Pestiziden belastet, darunter auch Bio-Produkte.
- Es wurden bis zu sechs Pestizide in einem einzigen Olivenöl nachgewiesen.
- Alle getesteten Olivenöle wiesen Spuren von Mineralölbestandteilen auf.
Lisa-Marie Karl, Lebensmittelchemikerin bei ÖKO-TEST, äußerte sich überrascht über die Ergebnisse: „Bis zu sechs Pestizide in einem Olivenöl – das ist neu und hat uns komplett überrascht!“ Diese Feststellungen werfen ernsthafte Fragen zur Qualität und Sicherheit von Olivenölen auf, insbesondere bei Produkten mit Bio-Siegel.
Nadja Liebmann, Chefin des Deutschen Olivenölpanels, erklärte zudem: „Stichige und schlammige Fehlnoten entstehen schon vor der Pressung, wenn Oliven zu gären beginnen. Ranzig wird ein Öl erst danach durch Alterung.“ Diese sensorischen Mängel könnten Verbraucher in die Irre führen und die Wahrnehmung der Olivenölqualität beeinträchtigen.
Die EU-Olivenölverordnung regelt detailliert, welche Kriterien ein „nativ extra“-Öl erfüllen muss. Dennoch zeigen die Testergebnisse von ÖKO-TEST, dass viele Produkte diese Standards nicht einhalten oder durch Verunreinigungen beeinträchtigt sind. Dies könnte für Verbraucher eine Herausforderung darstellen, wenn sie hochwertige Produkte auswählen möchten.
