Spielberg: Ferraris Strategiefehler bremst Hamilton aus

Spielberg: Ferraris Strategiefehler bremst Hamilton aus

Enttäuschung in Spielberg für Ferrari

Der Formel-1-Sonntag in Spielberg verlief für Ferrari enttäuschend. Obwohl Lewis Hamilton und Charles Leclerc von den Startpositionen zwei und drei ins Rennen gingen, beendeten sie es auf den Plätzen fünf und acht. Dies stellte einen deutlichen Rückschlag dar, nachdem Hamilton zuvor in Barcelona seinen ersten Sieg im Ferrari-Outfit gefeiert hatte und das Qualifying in der Steiermark vielversprechend verlief.

Fred Vasseur, der Teamchef, räumte Fehler ein. Er erklärte, dass das Team versucht habe, gegen Mercedes und Max Verstappen zu kämpfen, obwohl die nötige Pace fehlte. Dies führte zu einer Überreaktion bei der Strategie und einem übermäßigen Reifenverschleiß, was letztlich Punkte im WM-Kampf kostete. Hamilton selbst sprach die Reifenproblematik an und beschrieb das Rennen als sehr hart, da das Auto mit keinem Reifentyp gut harmonierte und die Balance schwierig war.

Strategische Fehlentscheidungen und Reifenprobleme

Ein wesentlicher Faktor für das schlechte Abschneiden von Ferrari war ein Strategiefehler. Während die meisten Top-Teams auf eine Zwei-Stopp-Strategie mit härteren Reifenmischungen setzten, schickte Ferrari Hamilton zwischenzeitlich auf weichen Reifen zurück auf die Strecke. Dies führte dazu, dass Hamilton insgesamt drei Stopps einlegen musste und dadurch Positionen verlor. Der Teamchef betonte, dass saubere Luft eine Schlüsselrolle spiele und das Team im Rennen oft zur falschen Zeit am falschen Ort war, was nicht hilfreich war.

Die Konkurrenz zeigte sich überrascht über die mangelnde Leistung von Ferrari. McLaren-Pilot Lando Norris äußerte sich offen über seinen Schock und sprach von Mitleid mit dem Team, da es an Power fehlte und die Vorderreifen in den Kurven kaum zu gebrauchen waren. Trotz der Schwierigkeiten wollte Hamilton seinem Team keine Vorwürfe machen und lobte die Boxenstopps sowie die Strategie als „guten Job“. Er betonte, dass die heißen Temperaturen dem Team und dem Auto in Barcelona geholfen hätten, in Spielberg jedoch nicht, da das Streckenlayout anders sei und die Traktion beeinflusse.

Charles Leclerc - Lewis Hamilton - Ferrari - GP Österreich 2026 - Spielberg - Formel 1
Charles Leclerc – Lewis Hamilton – Ferrari – GP Österreich 2026 – Spielberg – Formel 1 Credit: auto-motor-und-sport.de

Wolffs Kritik an Ferraris Upgrade-Strategie

Abseits der Strecke äußerte Mercedes-Teamchef Toto Wolff Kritik an der Upgrade-Strategie von Ferrari. Nach dem siebten Sieg im achten Rennen des Jahres für Mercedes, bei dem George Russell gewann und Kimi Antonelli Dritter wurde, richtete Wolff seinen Blick auf die Konkurrenz. Ferrari hatte in Österreich nicht nur ein Motor-Upgrade, sondern auch neue Teile am Frontflügel und Unterboden eingeführt.

Wolff hinterfragte, wie Ferrari so viele und so große Updates an das Auto bringen könne, ohne gegen das Budget-Limit zu verstoßen. Er spielte darauf an, dass Mercedes nicht die finanziellen Puffer habe, um in diesem Umfang Teile zu entwickeln und einzusetzen. Dies sei eine Retourkutsche für einen früheren Streit, bei dem Ferrari die FIA um Klärung bezüglich des Mercedes-Diffusors aus Kanada gebeten hatte. Die FIA untersagte daraufhin die Mercedes-Lösung und passte die Richtlinien an.

In Spielberg zeigte sich jedoch, dass Ferrari mit einem unerwarteten Problem zu kämpfen hatte: hohem Reifenverschleiß. Trotz der guten Startpositionen konnten Hamilton und Leclerc ihre Plätze nicht halten. Vasseur räumte ein, dass das Team in den ersten Runden und bei der Strategie zu aggressiv gewesen sei und sich möglicherweise zu sehr auf Mercedes konzentriert habe. Er betonte, dass es mehrere Faktoren für die mysteriösen Reifenprobleme gebe, da das Reifenmanagement in Barcelona noch hervorragend gewesen sei.

Die Formel 1 kehrt bereits nächste Woche nach Silverstone zurück, wo Hamilton auf bessere Bedingungen und eine verbesserte Leistung seines Autos hofft.

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Source: n-tv.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.