Das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird ein rein spanischsprachiges Duell sein, das erste dieser Art seit der ersten WM im Jahr 1930. Damals gewann Uruguay gegen Argentinien. Diesmal trifft der amtierende Copa-América-Sieger Argentinien auf den amtierenden Europameister Spanien. Das Spiel beginnt um 21 Uhr.
Alle Spieler sollen fit sein, wie die Trainer beider Mannschaften bestätigen. Es gab jedoch zuletzt Zweifel an der Einsatzfähigkeit von Lamine Yamal aus Spanien, der im Training mit einem Verband am linken Oberschenkel gesehen wurde. Trainer Luis de la Fuente erklärte, Yamal habe im Halbfinale gegen Frankreich einen „Pferdekuss“ erlitten, als er einen Elfmeter herausholte. Trotz Anzeichen, dass eine frühere Verletzung wieder aufgebrochen sein könnte, betonte De la Fuente, dass es Lamine gut gehe.
Trainerbeziehungen und Fan-Sympathien
Die Trainer der beiden Finalisten, Luis de la Fuente und Lionel Scaloni, kennen sich gut und bezeichnen sich als Freunde. De la Fuente war vor etwa einem Jahrzehnt als Trainerausbilder im spanischen Verband tätig, und Scaloni besuchte seinen Kurs. Vor dem Finale versuchten beide Trainer, direkten Kontakt zu vermeiden. Die Fifa organisierte jedoch einen gemeinsamen PR-Termin in New York, der von Rio Ferdinand moderiert wurde. Dort umarmten sich Scaloni und De la Fuente und tauschten sich über die Situation aus. Scaloni deutete an, dass die Situation surreal gewesen sei.
Im Stadion von East Rutherford wird eine deutliche Mehrheit argentinischer Fans erwartet. Allerdings könnte die Latino-Gemeinschaft in New York und New Jersey gespaltene Sympathien hegen. Dies liegt unter anderem an der politischen Ära von Javier Milei in Argentinien und einem früheren Treffen von Lionel Messi mit Donald Trump im Weißen Haus, bei dem Messi ein Trikot seines Klubs Inter Miami überreichte. Daher könnte ein Großteil der lokalen Latino-Gemeinschaft eher zu Spanien tendieren.
Das Kapverden-Orakel und Schiedsrichterwahl
Die Kapverden, ein WM-Neuling, sind das einzige Team, das im Verlauf des Turniers gegen beide Finalisten gespielt hat. Gegen Spanien erreichten sie ein 0:0, wodurch Torwart Vozinha bekannt wurde. Gegen Argentinien gewannen die Kapverden im Sechzehntelfinale mit 3:2 nach Verlängerung. Diese Ergebnisse lassen einige Beobachter einen Vorteil für Spanien vermuten.
Der Schiedsrichter des Finales ist Slavko Vincic aus Slowenien. Es ist eine auffällige Wahl, da bei allen südamerikanisch-europäischen WM-Finalduellen dieses Jahrhunderts die Spielleitung immer einem Europäer oblag. So pfiff Szymon Marciniak aus Polen das Finale 2018, Nicola Rizzoli aus Italien das Finale 2014 und Pierluigi Collina, ebenfalls aus Italien, das Finale 2002. Der letzte neutrale Schiedsrichter in dieser Konstellation war Said Belqola aus Marokko im Jahr 1998. Als Videoschiedsrichter wird Bastian Dankert aus Schwerin eingesetzt.
Die Problemdebatte und das Rahmenprogramm
Die argentinische Mannschaft hat auf ihrem Weg ins Finale emotional starke Siege errungen. Die Spanier hingegen beschäftigen sich mit der Frage, wie Lionel Messi gestoppt werden kann. Luis de la Fuente erinnerte an eine frühere Begegnung, als er Jugendtrainer beim FC Sevilla war und seine Mannschaft auf den FC Barcelona mit Messi traf. Trotz Manndeckung erzielte Messi damals vier Tore, was darauf hindeutet, dass es schwierig ist, ihn zu kontrollieren.
Das Rahmenprogramm des Finales ist umfangreich und beinhaltet Auftritte zahlreicher Popstars. Vor dem Anpfiff und in der Halbzeit werden Künstler wie Justin Bieber, Madonna, Shakira, Burna Boy, Coldplay, BTS, Post Malone, Robbie Williams, Nicole Scherzinger und Laura Pausini auftreten. Auch Dirigent Gustavo Dudamel hat sich angekündigt. Die Halbzeitpause wird länger als die üblichen fünfzehn Minuten sein.
Am Freitagabend fand in New York eine Pressekonferenz statt, bei der WM-Berichterstatter Trainer und Führungsspieler beider Mannschaften befragen konnten. Fifa-Präsident Gianni Infantino nahm nicht an dieser Pressekonferenz teil. Stattdessen trat er im Trump-Tower auf und lobte Donald Trump für seinen Beitrag zum Erfolg der WM, die er als „das größte menschliche, soziale und kulturelle Event, das die Menschheit je gesehen hat“ bezeichnete. Trump sprach auch über einen Anruf bei Infantino, der zu einer plötzlichen Aufhebung einer Rotsperre für den US-Stürmer Folarin Balogun führte. Toni Kroos äußerte in seinem Podcast „Kroos & Kroos – die WM unter der Lupe“ auf TikTok, dass die Mannschaft, die ihre Leistung im Finale wieder abruft, als Favorit das Spiel gewinnen wird.
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Source: sueddeutsche.de
