Babbel reagiert auf Kritik an Tuchel in England nach WM-Erfolg

Babbel reagiert auf Kritik an Tuchel in England nach WM-Erfolg

Kritik trotz Erfolgs

Nach dem Abschluss der Weltmeisterschaft 2026, bei der Spanien den Titel gewann, Argentinien Zweiter wurde und England den dritten Platz belegte, steht der deutsche Nationaltrainer Thomas Tuchel in England trotz des Erfolgs in der Kritik. Der ehemalige deutsche Nationalspieler Markus Babbel äußerte sich gegenüber „ran“ zu dieser Situation und zeigte sich verständnislos.

Babbel erklärte, dass Tuchel von Anfang an mit großer Skepsis konfrontiert war. Diese Skepsis sei nicht auf seine Fähigkeiten als Trainer zurückzuführen, sondern primär auf seine deutsche Herkunft. Obwohl die englische Nationalmannschaft unter Tuchel eine sehr gute Leistung bis ins Halbfinale zeigte, war Babbel überzeugt, dass bei einem Rückschlag ein „Monster-Shitstorm“ auf Tuchel zukommen würde.

England verlor sein Halbfinale gegen Argentinien mit 1:2. Nach dieser Niederlage stellten Experten und die Presse vor allem Tuchels Wechselentscheidungen infrage. Chris Sutton, ein ehemaliger Premier League-Torschützenkönig, bezeichnete dies als „Coaching-Katastrophe“. Der ehemalige Stürmer Gary Lineker spottete sogar, ob Tuchel ein „deutscher Spion“ sei, da die deutsche Nationalmannschaft zu diesem Zeitpunkt selbst nicht besonders erfolgreich war und die Gruppenphase nicht überstand.

Babbel betonte, dass Tuchel selbst bei einem Weltmeistertitel nicht die volle Akzeptanz des englischen Publikums erhalten hätte und beim nächsten Rückschlag sofort wieder unter Beschuss geraten wäre. Er verwies auf die Fakten: England spielte eine herausragende Qualifikation ohne Gegentor und erreichte das Halbfinale der Weltmeisterschaft. Trotzdem werde Tuchel nun als „größte Bratwurst hingestellt“, obwohl er es geschafft habe, eine Mannschaft zu formen, die füreinander kämpft und klare Anführer wie Harry Kane und Jude Bellingham besitzt.

Tuchels WM-Metamorphose und die Reaktion der Spieler

Trotz der Kritik führte Thomas Tuchel die englische Nationalmannschaft zum dritten Platz bei der Weltmeisterschaft 2026, was das beste WM-Ergebnis seit 60 Jahren für England darstellt. Nach dem bitteren Ausscheiden im Halbfinale gegen Argentinien war dies ein Trostpreis, der jedoch von einer Welle der Empörung und Enttäuschung begleitet wurde. Tuchel selbst zeigte sich nach dem gewonnenen Spiel um Platz 3 gegen Frankreich (6:4) ausgelassen und scherzte mit Spielern wie Declan Rice, Harry Kane und John Stones.

Tuchel bezeichnete den dritten Platz als „erste Medaille seit 60 Jahren“ und als „beste WM auf fremdem Boden“. Er hoffte, dass seine Spieler stolz darauf seien, da sie sich vor 18 Monaten ein sehr ehrgeiziges Ziel gesetzt hatten. Das Nichterreichen des Titels sei „sehr schmerzhaft“, und obwohl der Schmerz vergehen werde, bliebe die „Narbe“. Er lobte die Mentalität seines Teams, das „etwas ganz Besonderes geschaffen und das erneut gezeigt hat“.

Vor dem Spiel um Platz drei sah Tuchel zunächst keinen Sinn in dieser Begegnung, da die Niederlage gegen Argentinien tief saß. Doch seine Spieler zeigten eine hohe Motivation und wollten sich mit einem furiosen Auftritt bei ihren Fans entschuldigen. Im Spiel gegen Frankreich fielen insgesamt zehn Tore, wobei England in der ersten Halbzeit eine 4:0-Führung erzielte, ohne dass Harry Kane und Jude Bellingham von Beginn an auf dem Feld standen. Die Mannschaft zeigte den „exciting Fußball“, den Tuchel vor dem Turnier versprochen hatte, um sich vom oft brav wirkenden Vorgänger Gareth Southgate abzuheben.

Selbst Kylian Mbappé, der Star von Real Madrid, war nach dem dritten Gegentor verblüfft. Obwohl Frankreich in der zweiten Halbzeit auf 3:4 verkürzte, endete das Spiel mit einem Happy End für England, das den dritten Platz und damit Balsam für die „zerrüttete Seele“ von Thomas Tuchel erreichte. Nach dem Halbfinal-Aus wurde Tuchel von Experten und Sportlegenden, darunter Wayne Rooney, der bei der BBC sagte, Tuchel habe „aufgegeben und Englands WM-Traum ruiniert“, heftig kritisiert. Forderungen wie „Sack him!“ wurden laut.

Zukunft und Unterstützung

Trotz der starken Kritik nach dem Halbfinal-Aus wurde bekannt, dass Thomas Tuchel voraussichtlich bis zur Europameisterschaft 2028 Trainer bleiben soll. Tuchel erlebte während seiner Amtszeit ein Wechselbad der Gefühle: Er wurde mit britischer Vorsicht empfangen, stieß auf Skepsis, als er Stars wie Phil Foden oder Harry Maguire nicht in den WM-Kader berief. Nach emotionalen Kabinenansprachen und Interviews, die viral gingen, wurde er zum Hoffnungsträger stilisiert. Ein furioser 4:2-Auftaktsieg gegen Kroatien, bei dem England offensiv brillant spielte, ließ ihn als „Allheilsbringer“ erscheinen.

Es folgten solide, aber nicht überragende Spiele, bis zu dem Tiefpunkt im Halbfinale gegen Argentinien, wo England eine 1:0-Führung verspielte und in den letzten zehn Minuten das Spiel mit 1:2 verlor. Die britische Boulevardpresse bezeichnete den Auftritt als „Vollkatastrophe“, und Tuchel wurde zum „Buhmann der Nation“. Doch nach dem dritten Platz bei der Weltmeisterschaft wurde er wieder gefeiert, was eine bemerkenswerte Metamorphose darstellt.

Thomas Tuchel nach dem 6:4-Sieg gegen Frankreich
Thomas Tuchel nach dem 6:4-Sieg gegen Frankreich Credit: br.de

Harry Kane, der Stürmer des FC Bayern, stärkte Thomas Tuchel nach dem gewonnenen Spiel um Platz 3. Kane erklärte, dass Tuchel, obwohl er einer der besten Trainer der Welt sei, nicht immer alles richtig mache, was auch für die Spieler gelte. Er betonte, dass alle Fehler machten und sich verbessern müssten. Die Bronzemedaille kann zwar nicht über die Schmach gegen Argentinien hinwegtäuschen, aber ein Sieg bei der Heim-EM 2028, für die Tuchel Trainer bleibt, könnte die Enttäuschung endgültig vergessen machen.

Der eine Stern über dem Wappen mit den drei Löwen auf dem Trikot der englischen Nationalmannschaft bleibt, und der Mann aus Krumbach, der einst in der Jugend des FC Augsburg spielte und neben den Münchnern auch Paris Saint-Germain, den FC Chelsea und Mainz trainierte, konnte den „60 years of hurt“ kein Ende setzen. Die Europameisterschaft 2028 bietet die nächste Chance für Thomas Tuchel und England.

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Source: sportbild.bild.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.