Carapaz gewinnt 18. Tour-Etappe, Pogačar verteidigt Gelbes Trikot

Carapaz gewinnt 18. Tour-Etappe, Pogačar verteidigt Gelbes Trikot

Carapaz sichert sich Etappensieg

Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) hat die 18. Etappe der 113. Tour de France für sich entschieden. Der 33-jährige Ecuadorianer setzte sich als Solist auf der 185,2 Kilometer langen Strecke von Voiron nach Orcières-Merlette durch. Dies ist sein zweiter Tageserfolg bei einer Frankreich-Rundfahrt. Er überquerte die Ziellinie mit einem Vorsprung von 45 Sekunden auf den Schweizer Mauro Schmid (Jayco – AlUla) und den US-Amerikaner Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike).

Carapaz äußerte sich nach seinem Triumph: „Es ist ein sehr besonderer Moment, hier bei der Tour zu gewinnen. Es ist etwas, wofür man einfach alles geben muss. Ich möchte diesen Sieg meiner Familie widmen. Das ist das Wichtigste für mich.“ Sein Sieg folgte auf zahlreiche vergebliche Attacken im bisherigen Verlauf der Tour.

Der Franzose Valentin Paret-Peintre (Soudal – Quick-Step) belegte den vierten Platz mit 1:14 Minuten Rückstand, während der Norweger Tobias Johannessen (Uno-X Mobility) Fünfter wurde mit 1:57 Minuten Rückstand.

Verlauf der Etappe und Favoritengruppe

Die Etappe war von zahlreichen Attacken geprägt. An der Cote d’Engins sicherte sich Paret-Peintre den Bergpreis vor Carapaz. In der anschließenden Abfahrt setzten sich mehrere Fahrer ab, darunter Mads Pedersen, Jorgenson, Johannessen, Pablo Castrillo (Movistar), Thymen Arensman (Netcompany – Ineos), Nicolas Breuillard (TotalEnergies) und Felix Engelhardt (Jayo – AlUla). Später stieß Romain Grégoire (Groupama – FDJ United) zu dieser Gruppe hinzu.

Hinter der Spitzengruppe bildeten sich weitere Verfolgergruppen. Eine von Paret-Peintre und Carapaz angeführte Gruppe schloss kurz vor der zweiten Bergwertung die Lücke zur Spitze. Paret-Peintre sicherte sich auch diesen Bergpreis vor dem Ecuadorianer. Die neue, nun 14-köpfige Spitzengruppe umfasste unter anderem Schmid, Egan Bernal (Netcompany – Ineos), Raul Garcia Pierna (Movistar) und Mathias Vacek, Pedersens Teamkollegen.

Pedersen gewann 56 Kilometer vor dem Ziel den Zwischensprint und sammelte 25 Punkte für die Punktewertung, bevor er sich zurückfallen ließ. Kurz darauf zerfiel die Spitzengruppe, wobei Carapaz, Jorgenson, Johannessen, Paret-Peintre, Garcia Pierna und Schmid an der Spitze blieben. Schmid zeigte dabei erneut eine starke Leistung.

19 Kilometer vor dem Ziel gewann Paret-Peintre an einem Anstieg der 3. Kategorie weitere zwei Bergpunkte vor Carapaz, der einen Punkt erhielt. Das Spitzensextett nahm den 7,1 Kilometer langen und durchschnittlich 6,7 Prozent steilen Anstieg nach Orcières-Merlette mit einem Vorsprung von 5:40 Minuten in Angriff. Der maximale Vorsprung der Ausreißer hatte zuvor über acht Minuten betragen. Die Teams Tudor und Pinarello – Q36.5 hatten dafür gesorgt, dass Carapaz ihren Kapitänen nicht zu viel Zeit abnahm.

Pogačar verteidigt Gelbes Trikot

In der Favoritengruppe kontrollierte das Team von Tadej Pogačar (UAE – Emirates – XRG) das Geschehen. Pogačar erreichte das Ziel mit etwa viereinhalb Minuten Rückstand in der kleinen Favoritengruppe. Er verteidigte auf dieser ersten von drei Alpenetappen sein Gelbes Trikot gegenüber Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe), dessen Rückstand unverändert bei 4:32 Minuten liegt. Pogačars Teamkollege Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) bleibt Dritter mit einem Rückstand von 6:51 Minuten, gefolgt von Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM / +7:11) und Juan Ayuso (Lidl – Trek / +9:22).

Hinter den beiden Spitzengruppen fehlten dem bisher dominierenden Team von Pogačar drei Fahrer: Tim Wellens, Brandon McNulty und Florian Vermeersch. Das Trio hatte bereits im ersten Anstieg den Anschluss an das Feld verloren und kämpfte sich im Gruppetto durch die Etappe. Der US-Amerikaner McNulty schien dabei am stärksten zu leiden und erreichte den Zwischensprint mehr als eine halbe Stunde nach dem Hauptfeld, woraufhin er in den Besenwagen stieg.

Im Finale der Etappe attackierte Jorgenson 4,5 Kilometer vor dem Ziel, was Garcia Pierna in Schwierigkeiten brachte. Kurz darauf beschleunigte Carapaz, und nur Paret-Peintre konnte zunächst folgen. Da sich die beiden Bergtrikot-Anwärter belauerten, konnten Schmid und Jorgenson wieder aufschließen. 3400 Meter vor dem Ende gelang es Carapaz jedoch, alle Begleiter abzuschütteln und sich als Solist abzusetzen.

Der Abstand des Solisten zu Jorgenson und Schmid wuchs schnell, während Paret-Peintre weiter zurückfiel. Paret-Peintre hätte Dritter werden müssen, um die Führung im Kletterklassement zu übernehmen, konnte aber seine Konkurrenten nicht mehr einholen. Nach fast viereinhalb Stunden Fahrzeit feierte Carapaz seinen Etappensieg. Im Sprint um Platz zwei setzte sich Schmid 45 Sekunden nach dem Sieger und mit einer Radlänge Vorsprung vor Jorgenson durch. Der erschöpfte Paret-Peintre wurde Vierter mit 1:14 Minuten Rückstand. Aus der Gruppe der Favoriten gab es keine Attacken, abgesehen vom Schlusssprint, den Lenny Martinez (Bahrain Victorious) gewann, ohne dass sich dabei Zeitabstände ergaben.

Richard Carapaz setzte sich am Schlussanstieg ab
Richard Carapaz setzte sich am Schlussanstieg abFoto:Loic Venance / AFP Credit: spiegel.de

Gerüchte über mögliche gesundheitliche Probleme von Tadej Pogačar wurden durch die Wahl seiner Hose befeuert, obwohl er das Gelbe Trikot verteidigen konnte. Die 18. Etappe war die erste von drei Alpenetappen.

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Source: radsport-news.com

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.