Deschamps unbeeindruckt von Yamals Kampfansage vor Halbfinale

Deschamps unbeeindruckt von Yamals Kampfansage vor Halbfinale

Vor dem Halbfinale der WM 2026 zwischen Frankreich und Spanien hat Didier Deschamps, der Nationaltrainer Frankreichs, gelassen auf die Äußerungen des spanischen Spielers Lamine Yamal reagiert. Yamal hatte zuvor eine verbale Herausforderung ausgesprochen, indem er sagte, Frankreich solle sich vor Spanien fürchten. Deschamps betonte jedoch, dass seine Mannschaft über eigene Qualitäten verfüge und Lösungen für die Stärken der spanischen Spieler habe.

Der französische Coach erklärte, er habe Yamals Fähigkeiten genau analysiert und wisse, dass dieser Spieler den Unterschied ausmachen könne. Trotzdem zeigte sich Deschamps zuversichtlich und verwies auf die eigenen Stärken seines Teams. Auch der französische Mittelfeldspieler Adrien Rabiot konterte Yamals Aussagen und betonte, dass Frankreich niemanden fürchte.

Vorbereitung auf das Halbfinale

Deschamps bestätigte, dass Kylian Mbappé für das Halbfinale gegen Spanien vollständig fit sei und normal trainiert habe. Mbappé, der bereits acht Tore im Turnier erzielt hat, war im Viertelfinale gegen Marokko angeschlagen ausgewechselt worden, gab aber kurz darauf Entwarnung bezüglich seines Knöchels. Auch Aurélien Tchouaméni, der aufgrund von Adduktorenproblemen in den vorherigen Runden gefehlt hatte, steht dem Team wieder zur Verfügung.

Deschamps bezeichnete Spanien als den Favoriten in diesem Duell. Er merkte an, dass Spanien nach einem schwierigen Start gegen Kap Verde seine Favoritenrolle unter Beweis gestellt habe. Der französische Trainer freut sich auf die Partie und erwartet ein spektakuläres Spiel zwischen zwei Mannschaften mit hoher Qualität. Er hob hervor, dass Spanien sehr stark verteidige, aber auch angreifen könne.

Die beiden Mannschaften präsentieren unterschiedliche Spielstile. Frankreich hat im Turnierverlauf mit einer offensiven Spielweise, sechs Siegen und 16 Toren überzeugt. Spanien hingegen hat bisher nur ein Gegentor zugelassen und nur zehn Torschüsse auf das Tor von Keeper Unai Simon zugelassen, was ihre defensive Stärke unterstreicht.

Spanische Perspektive und Yamals Rolle

Luis de la Fuente, der spanische Nationaltrainer, zeigte sich unbeeindruckt von Deschamps‘ Aussagen bezüglich der Favoritenrolle. Für ihn spielt es keine Rolle, ob sein Team als Favorit gilt, da alle vier Halbfinalisten großartige Mannschaften seien und eine große Ausgeglichenheit herrsche. De la Fuente betonte, dass kein Team besser sei als das andere.

Er äußerte sich auch zu Lamine Yamal, der am Tag vor dem Halbfinale seinen 19. Geburtstag feierte. De la Fuente ist überzeugt, dass Yamals bestes Spiel bei dieser WM noch bevorsteht. Obwohl Yamal in sechs Spielen nur einen Treffer erzielt und keine Vorlage gegeben hat, wurde er bereits mehrfach zum besten Spieler einer Partie gewählt. Yamal selbst legt den Fokus auf den Erfolg der Mannschaft und sieht das Halbfinale als das wichtigste Spiel seiner Karriere an.

Rodri, der Kapitän Spaniens, verteidigte Yamal und lobte dessen Reife, die er bereits bei der EM vor zwei Jahren gezeigt habe. Rodri betonte Yamals Bedeutung für das Team, sowohl mit als auch ohne Ball, und beschrieb ihn als intelligenten Jungen, der jedoch manchmal seine Nervosität zügeln müsse. Er hob hervor, dass Yamal ein enormes Fußballpotenzial besitze und stets bereit sei, sich zu verbessern.

Yamal hatte im EM-Halbfinale 2024 bereits ein Tor gegen Frankreich erzielt, als er 16 Jahre alt war. Ein Jahr später traf er in der Nations League doppelt gegen die Équipe Tricolore. Trotz einer Oberschenkelverletzung in der Vorbereitung auf die WM, die ihn wochenlang außer Gefecht setzte, wird erwartet, dass er im Halbfinale eine wichtige Rolle spielen kann.

Weitere Ereignisse und Gedenken

Vor dem Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien wird eine Schweigeminute abgehalten, um der Opfer des Terroranschlags von Nizza vom 14. Juli 2016 zu gedenken. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron dankte der FIFA für die Berücksichtigung dieses Anliegens. Bei dem Anschlag vor zehn Jahren waren 86 Menschen ums Leben gekommen, darunter drei Deutsche.

In einer anderen Nachricht trauert der niederländische Fußball um den Schiedsrichter Rob Dieperink, der im Alter von 38 Jahren verstorben ist. Dieperink war wenige Wochen vor Beginn der WM 2026 von der FIFA als Video-Referee gestrichen worden, nachdem er im April wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch eines Minderjährigen verhaftet worden war. Der Fall wurde jedoch mangels Beweisen eingestellt.

Didier Deschamps
Didier Deschamps Credit: sportschau.de

Das Halbfinale zwischen Argentinien und England findet am Mittwoch, dem 15. Juli, statt.

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Source: sportschau.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.