England hat sich in einem torreichen Spiel um den dritten Platz bei der FIFA-WM gegen Frankreich mit 6:4 durchgesetzt. Das Team von Trainer Thomas Tuchel führte bereits zur Halbzeit mit 4:0. Dieses Ergebnis markiert Englands bestes WM-Ergebnis seit dem Triumph im Jahr 1966 und ist gleichzeitig das erste Mal in der Geschichte, dass England den dritten Platz bei einer Weltmeisterschaft erreicht.
Die Partie, die in Miami stattfand, bot den Zuschauern ein Spektakel mit insgesamt zehn Toren. Damit war es das torreichste Spiel dieser Weltmeisterschaft und auch das torreichste Spiel um Platz drei in der Geschichte des Turniers. Im Jahr 1958 gewann Frankreich das Spiel um Platz drei gegen Deutschland mit 6:3.
Frühe Führung und französische Aufholjagd
England legte bereits in der ersten Halbzeit eine beeindruckende Effizienz an den Tag. Declan Rice eröffnete den Torreigen in der 3. Minute, gefolgt von Ezri Konsa in der 18. Minute. Bukayo Saka trug mit zwei Toren in der 37. Minute und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+1) zur deutlichen 4:0-Führung bei. Zu diesem Zeitpunkt schien die Partie bereits entschieden.
Doch Frankreich zeigte nach dem Seitenwechsel eine starke Reaktion. Kylian Mbappé erzielte einen Doppelpack in der 48. Minute und 66. Minute, und Bradley Barcola traf in der 54. Minute. Damit verkürzte Frankreich den Rückstand auf 3:4 und brachte die Spannung zurück ins Spiel. Die französische Mannschaft, die bei vier Versuchen zum zweiten Mal das Spiel um die Bronzemedaille verlor, zeigte in dieser Phase eine bemerkenswerte Aufholjagd.
Spannende Schlussphase und entscheidende Tore
In der Schlussphase wurde die Partie noch einmal turbulent. Bukayo Saka verwandelte in der 87. Minute einen Foulelfmeter zum 5:3 für England, was als Vorentscheidung galt. Doch Ousmane Dembélé sorgte in der 90.+6 Minute mit seinem Treffer noch einmal für eine kurze Phase der Hoffnung für Frankreich und erneute Spannung. Die endgültige Entscheidung fiel jedoch kurz darauf. Jude Bellingham erzielte in der 90.+8 Minute das zehnte Tor der Partie und stellte den Endstand von 6:4 her. Bellingham erhielt den Ball von Watkins, tanzte Lacroix aus und schoss aus zehn Metern ins rechte Eck.
Die Statistiken des Spiels spiegelten die Ausgeglichenheit wider, trotz des deutlichen Ergebnisses. Beide Teams hatten jeweils 19 Torschüsse, und die Expected-Goals-Werte lagen bei 2,80 für Frankreich und 2,89 für England. Eine Verlängerung wäre nach Ansicht einiger Beobachter verdient gewesen, doch der Sieg für die Three Lions wurde als nicht unverdient betrachtet.

Während des Spiels gab es auch mehrere Auswechslungen. Bei England wurde Jude Bellingham für Eberechi Eze eingewechselt, und Elliot Anderson kam für Ivan Toney ins Spiel. Später ersetzte Reece James den verletzten Jarell Quansah. Kurz vor Schluss kam Trevoh Chalobah für Marc Guehi auf das Feld. Bei Frankreich gab es ebenfalls Wechsel, darunter Malo Gusto für Jules Koundé.
Das Spiel war auch das letzte von Didier Deschamps als Trainer der französischen Nationalmannschaft. Obwohl das Ergebnis nicht seinen Vorstellungen entsprach, wurde die Partie als denkwürdig beschrieben. Nach diesem Spiel können die Spieler ihren wohlverdienten Urlaub antreten, bevor sie das Training bei ihren jeweiligen Klubs wieder aufnehmen. Die nächsten Länderspiele sind für September angesetzt, wobei Frankreich am 25. September in der Nations League in der Türkei antritt und England einen Tag später Spanien empfängt.
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Source: tagesschau.de
