Englands Halbfinal-Drama gegen Argentinien
Die englische Nationalmannschaft erlebte im Halbfinale der WM 2026 gegen Argentinien ein bitteres Aus. Trotz einer 1:0-Führung durch Anthony Gordon in der 55. Minute gaben die Three Lions das Spiel noch aus der Hand. Die Statistiken nach dem Führungstreffer zeigen eine deutliche Dominanz Argentiniens.
Nach Gordons Tor sank der Ballbesitz Englands auf lediglich zwölf Prozent. In der gegnerischen Hälfte spielte die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel nur noch 18 Pässe, während Argentinien 193 Pässe verzeichnete. Insgesamt spielte England nach der Führung nur 73 Pässe, Argentinien fast viermal so viele.
Auch offensiv konnten die englischen Superstars Harry Kane und Jude Bellingham kaum Akzente setzen. Der Expected-Goals-Wert (xG) nach der Führung betrug lediglich 0,09. England hatte nur zwei Ballkontakte im argentinischen Strafraum, während Argentinien mit Lionel Messi 18 Ballkontakte im englischen Sechzehner verbuchte und einen xG-Wert von 1,78 erspielte.
Tuchel reagierte auf den Kontrollverlust mit der Einwechslung von drei Defensivspielern: Ezri Konsa, Nico O’Reilly und Dan Burn. Zwischen der 82. Minute und dem Schlusspfiff standen zeitweise sechs Verteidiger auf dem Feld. Doch dieser Plan ging nicht auf. Enzo Fernández erzielte in der 85. Minute den Ausgleich, und Lautaro Martínez köpfte nach einer Messi-Flanke in der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg für Argentinien ein.
Kritik an Trainer Thomas Tuchel
Nach dem Ausscheiden Englands aus der WM 2026 sah sich Trainer Thomas Tuchel harscher Kritik ausgesetzt. Fans, ehemalige Nationalspieler und die Presse bemängelten seine Einwechslungen und die taktische Umstellung nach dem Führungstreffer gegen Argentinien. Tuchel hatte bei seinem Amtsantritt im Januar 2025 selbst die Angst des Teams vor dem Ausscheiden kritisiert, was nun von vielen als Bumerang-Effekt interpretiert wurde.
Der ehemalige Nationalspieler Kyle Walker, der unter Gareth Southgate spielte, äußerte, er sehe keinen großen Unterschied zwischen Southgates Amtszeit und dem, was bei dieser Weltmeisterschaft zu sehen war. Er forderte Tuchel auf, seine Auswechslungen und taktischen Anpassungen selbstkritisch zu hinterfragen. Der frühere Angreifer Chris Sutton bezeichnete Tuchels Coaching als „Katastrophe“ und kritisierte, dass man nicht erwarten könne, 30 Minuten lang gegen die Qualität Argentiniens zu verteidigen.
Joe Cole forderte sogar die Entlassung Tuchels und sprach sich für einen englischen Trainer für die Nationalmannschaft aus. Auch Thomas Müller und der ehemalige spanische Nationaltorwart Iker Casillas kritisierten die passive Spielweise Englands nach der Führung. Wayne Rooney monierte, dass die Spielweise zu passiv gewesen sei und man damit gegen den Weltmeister nicht bestehen könne.
Trotz der Kritik übernahm Tuchel die Verantwortung für die Niederlage. Er erklärte seine Entscheidungen und schlüpfte freiwillig in die Rolle des Sündenbocks. Sein Vertrag wurde erst im Februar bis 2028 verlängert, und er plant, bis zur Heim-EM im Amt zu bleiben. Der Verband sieht laut Medienberichten keinen Anlass, den eingeschlagenen Weg zu verlassen, was auch eine Aussage von Geschäftsführer Mark Bullingham nach dem WM-Aus unterstreicht.

Emotionale Reaktionen und das Spiel um Platz drei
Das bittere Ausscheiden der englischen Nationalmannschaft im Halbfinale der WM 2026 am Mittwochabend, dem 15. Juli 2026, sorgte für große Enttäuschung bei Millionen von Fans und auch bei der britischen Königsfamilie. Prinz William, Schirmherr des englischen Fußballverbands (FA) und bekennender Fußballfan, zeigte sich tief bewegt.
In einer Instagram-Story drückte der Prinz von Wales seine Enttäuschung aus und schrieb: „Am Boden zerstört. England, ihr habt alles gegeben und wir sind alle so stolz auf euch.“ Er lobte den Kampfgeist und den Glauben des Teams, der alle inspiriert habe, und bezeichnete es als das kompletteste England-Team bei einem Turnier. Auch die Royal Family meldete sich zu Wort und würdigte den Einsatz der Mannschaft, insbesondere von Kapitän Harry Kane und Jude Bellingham.
England spielt am Samstagabend, dem 18. Juli, im Spiel um Platz drei gegen Frankreich.

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Source: bild.de
