Evenepoel sichert zweiten Platz bei der Tour de France und blickt auf Grand-Tour-Ziele

Evenepoel sichert zweiten Platz bei der Tour de France und blickt auf Grand-Tour-Ziele

Remco Evenepoel hat die Tour de France 2026 auf dem zweiten Gesamtrang abgeschlossen. Dies markiert sein bestes Ergebnis bei einer dreiwöchigen Rundfahrt seit seinem Sieg bei der Vuelta a España 2022. Trotz eines Rückstands von 6:26 Minuten auf den Gesamtsieger Tadej Pogacar äußerte Evenepoel ehrgeizige Ziele für seine zukünftige Karriere.

Der Belgier bekräftigte in Paris gegenüber der belgischen Zeitung „Het Laatste Nieuws“ seinen Traum, alle drei Grand Tours zu gewinnen. Er erklärte, dass er bewiesen habe, das Recht zu haben, davon zu träumen, und dass er weiterhin hart arbeiten werde, um dieses Karriereziel zu erreichen.

Evenepoels Leistung und Teamstrategie

Die Tour 2026 war Evenepoels siebte Grand Tour. Zuvor musste er sein Debüt beim Giro d’Italia 2021 und die Ausgabe von 2023, bei der er in Führung lag, sowie die Tour des vergangenen Jahres aufgeben. Bei der Frankreich-Rundfahrt 2024 belegte er den dritten Platz hinter Pogacar und Jonas Vingegaard.

Bei der diesjährigen Ausgabe der Tour de France konzentrierte sich Evenepoel in der dritten Woche darauf, seinen zweiten Platz abzusichern, da der Abstand zu Pogacar bereits erheblich war. Dennoch zog er aus den drei Wochen die Erkenntnis, dass er in Zukunft um den Sieg bei den größten Rennen des Kalenders mitfahren kann. Er zeigte sich zufrieden mit seiner Herangehensweise an die Tour und betonte, viel über sich selbst gelernt zu haben. Besonders beeindruckt zeigte er sich von seiner Kletterleistung in der zweiten und dritten Woche, in der er keine Einbrüche oder schlechten Tage erlebte.

Das Team Red Bull – BORA – hansgrohe beendete die Tour de France 2026 mit zwei Etappensiegen und dem zweiten Platz in der Gesamtwertung, was die erfolgreichste Frankreich-Rundfahrt in der Geschichte des Teams darstellt. Evenepoel, der von einem starken Team unterstützt wurde, stellte sowohl persönliche Bestmarken als auch Rekorde für das Team auf. Er beendete die Tour erstmals in seiner Karriere als Zweiter und zeigte sich dabei als äußerst konstant. Neben seinen beiden Siegen auf den Etappen 15 und 16, einer Bergankunft am Plateau de Solaison und einem Zeitfahren, platzierte sich der Belgier auf drei weiteren Teilstücken unter den Top 3. An 14 von 21 Renntagen war er in der Gesamtwertung auf dem Podium vertreten.

Für Red Bull – BORA – hansgrohe ist der zweite Platz in der Endabrechnung ein Novum. Dieses Ergebnis übertraf das Vorjahresresultat, bei dem Florian Lipowitz neben dem Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers auch den dritten Platz in der Gesamtwertung erreichte. Das Team musste den Schlussakt der Rundfahrt ohne seinen zweiten Gesamtklassementfahrer bestreiten, was das Ergebnis noch bemerkenswerter macht. Die Strategie des Rennstalls, mit einer Doppelspitze aus Lipowitz und Evenepoel anzutreten, erwies sich als erfolgreich, insbesondere in kritischen Phasen.

Zukünftige Ziele und anstehende Rennen

Evenepoel äußerte sich zur Schlussetappe, dass er kein weiteres Risiko eingehen wollte, da die Gesamtwertung bereits entschieden war. Er dachte bereits an das anstehende Rennen Donostia San Sebastián, das am Samstag auf dem Programm steht. Im Gegensatz zu seinem Vuelta-Sieg sei er diesmal weniger erschöpft und könne selbstbewusst in die weiteren Saisonziele gehen.

Zu diesen Zielen gehört das Eintagesrennen in San Sebastián, das er bereits dreimal gewinnen konnte. Zudem will sich der amtierende Zeitfahrweltmeister und Straßenweltmeister von 2022 auf die Titelkämpfe in Kanada konzentrieren. Ralph Denk, CEO von Red Bull – BORA – hansgrohe, bezeichnete den zweiten Platz in der Gesamtwertung als einen riesigen Erfolg und äußerte den Traum, in den nächsten Jahren einmal in Gelb in Paris einzufahren. Die Grand Tours bleiben die Rennen, auf die sich das Team weiterhin konzentrieren möchte.

Evenepoel selbst zeigte sich sehr glücklich mit den Leistungen des Teams und betonte, dass er sein Karriereziel, alle drei Grand Tours zu gewinnen, noch nicht aufgeben muss. Er konnte seine Ziele, eine Etappe zu gewinnen und die Gesamtwertung auf dem Podium zu beenden, sogar übertreffen, indem er zwei Etappen für sich entschied.

Source: eurosport.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.