Frankreichs Halbfinal-Niederlage gegen Spanien: Deschamps kritisiert Schiedsrichter, Experten sehen fehlende Einheit

Frankreichs Halbfinal-Niederlage gegen Spanien: Deschamps kritisiert Schiedsrichter, Experten sehen fehlende Einheit

Die französische Nationalmannschaft schied im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026 gegen Spanien mit einer 0:2-Niederlage aus. Der Auftritt der Mannschaft, insbesondere der Offensive um Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé, warf Fragen auf. Nach dem Spiel äußerten sich sowohl der scheidende Nationaltrainer Didier Deschamps als auch Experten zu den Gründen für die Niederlage.

Didier Deschamps, dessen Amtszeit nach dieser Weltmeisterschaft endet, räumte ein, dass seine Mannschaft Schwächen und Fehler zeigte. Er betonte, dass Pässe, die zu Torchancen führen sollten, nicht ankamen und sie nicht gut genug waren. Deschamps übernahm die Schuld für die Leistung und erklärte, dass die Mannschaft gezwungen war zu verteidigen und dem Gegner nicht genügend Probleme bereiten konnte. Er stellte klar: „Zuerst einmal war es unsere Schuld, ich will keine Ausreden suchen.“

Kritik am Schiedsrichter und fehlende Einheit

Trotz der Selbstkritik äußerte Didier Deschamps auch Unmut über die Schiedsrichteransetzung. Er stellte die Frage, ob Ivan Barton aus El Salvador das nötige Niveau für ein WM-Halbfinale hatte, ohne jedoch direkt zu antworten. Deschamps betonte, dass der Unparteiische nicht der Grund für die Niederlage gewesen sei, merkte aber an, dass es einige Situationen gab, die teilweise auch zugunsten Frankreichs ausfielen. Mats Hummels, als Experte bei Magenta TV, schmunzelte über Deschamps‘ Worte und meinte, dass es genügend andere Gründe für die Niederlage gab, die Deschamps selbst benannt hatte.

Der ehemalige Weltmeister Christoph Kramer und Trainer Christian Streich lieferten im ZDF Erklärungen für die Leistung der Franzosen. Kramer sah den entscheidenden Unterschied darin, dass Frankreich nicht als Einheit auftrat. Er merkte an, dass es bei einer Mannschaft voller individueller Ausnahmekönner besonders schwierig sei, diese zu trainieren und bei Laune zu halten. Kramer wurde deutlich und sagte, dass das Anlaufverhalten Frankreichs zeigte, dass Spanien lange gegen sie spielen konnte, nicht weil sie nicht wollten, sondern weil sie keinen „Bock“ hätten zu trainieren und es deswegen nicht einstudiert werden könne.

Christian Streich sah dies ähnlich und lobte die systematische Verteidigung der Spanier. Er hob hervor, wie Spieler wie Lamine Yamal, Baena und Oyarzabal verteidigten und jedes Mal ins Pressing gingen, wenn ein französischer Spieler den Rücken zeigte. Für Streich liegt ein weiterer Schlüssel im Unterschied der Mannschaftskulturen. Während Luis de la Fuente viele seiner Spieler bereits aus Jugendzeiten kennt, bestehe Frankreichs Kader aus vielen Superstars mit großen Egos und unterschiedlichen Hintergründen. Streich beschrieb die Beziehung zwischen den Spaniern und ihrem Coach als eine Demut und Dankbarkeit gegenüber dem Trainer, da er sie gefördert habe, was zu einer anderen Dynamik führe.

Didier Deschamps, der den früheren Bundestrainer Helmut Schön mit seinem 26. Einsatz als WM-Rekordcoach ablöste, wird nach dieser Weltmeisterschaft aufhören. Frankreich wird nun das kleine Finale spielen.

Die französische Nationalmannschaft verpasst den Einzug ins WM-Finale. Nach der Pleite gegen Spanien zeigt sich Trainer Didier Deschamps selbstkritisch, stellt aber auch die Leistung des Schiedsrichters zur Diskussion.Quelle:Magenta TVAutoplay
Die französische Nationalmannschaft verpasst den Einzug ins WM-Finale. Nach der Pleite gegen Spanien zeigt sich Trainer Didier Deschamps selbstkritisch, stellt aber auch die Leistung des Schiedsrichters zur Diskussion.Quelle:Magenta TVAutoplay Credit: welt.de
Spanien zieht ins WM-Finale ein. Frankreich hat Glück, dass Olise nicht früh mit Rot vom Platz fliegt, doch auch mit elf Mann bleiben die Franzosen viel zu harmlos. Ein Elfmeter fungiert als Dosenöffner für die Spanier. Sehen Sie die Highlights hier im Video.Quelle:Magenta TV
Spanien zieht ins WM-Finale ein. Frankreich hat Glück, dass Olise nicht früh mit Rot vom Platz fliegt, doch auch mit elf Mann bleiben die Franzosen viel zu harmlos. Ein Elfmeter fungiert als Dosenöffner für die Spanier. Sehen Sie die Highlights hier im Video.Quelle:Magenta TV Credit: welt.de

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Source: sportbild.bild.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.