Hannover verzeichnet Besucherrekord bei den Finals und erwägt erneute Bewerbung

Hannover verzeichnet Besucherrekord bei den Finals und erwägt erneute Bewerbung

Die Finals 2026 in Hannover haben mit rund 480.000 Besuchern einen deutlichen Zuschauerzuspruch erfahren. Die Veranstalter zogen ein positives Fazit der Multisport-Veranstaltung, die von Oberbürgermeister Belit Onay als „Sommermärchen“ für die Stadt bezeichnet wurde. Trotz des hohen Andrangs mussten einige Sportstätten aufgrund von Überfüllung zeitweise geschlossen werden.

Angesichts des Erfolgs äußerte Belit Onay die Möglichkeit einer erneuten Bewerbung Hannovers für die Austragung der Finals in den Jahren 2030 oder 2031. Er betonte, dass die Sportler die Stadt verzaubert hätten und das Land Niedersachsen ebenfalls von dem Event überzeugt sei. Die Kosten für die Stadt beliefen sich auf 1,5 Millionen Euro, während die Gesamtkosten der Veranstaltung bei rund 10 Millionen Euro lagen. Diese Ausgaben wurden von Stadt, Land und Region gemeinsam getragen.

Sportliche Höhepunkte und lokale Erfolge

Während der Finals gab es zahlreiche sportliche Höhepunkte. Im Turnen konnte der 35-jährige Hannoveraner Andreas Toba zwei Bronzemedaillen am Reck und im Mehrkampf gewinnen. Toba, der seine internationale Karriere bereits beendet hat und als Nachwuchstrainer tätig ist, trat in seiner Heimatstadt bei den Deutschen Meisterschaften an und zeigte sich beflügelt vom heimischen Publikum. Ein weiterer Erfolg im Turnen war der Gewinn der Goldmedaille im Sprung durch Marcel Graf aus Rinteln, während Glen Trebing aus Hannover Bronze am Barren holte.

Andreas Toba gewann bei den Finals in Hannover die Bronzemedaille am Reck.
Andreas Toba gewann bei den Finals in Hannover die Bronzemedaille am Reck. Credit: ndr.de

Auch in anderen Disziplinen gab es spannende Wettkämpfe. Im Schwimmen kämpfte Sven Schwarz aus Hannover um Gold im Kombinations-Wettbewerb Freistil, nachdem er im 800-Meter-Rennen auf Titelkurs lag. Die Entscheidung über die 400-Meter-Strecke sollte über den Gesamtsieg entscheiden, wobei die Zeiten beider Rennen addiert wurden.

Die Länderwertung sah Niedersachsen dank der beiden Turn-Medaillen auf den siebten Platz vorrücken. Diese Wertung, ähnlich der Nationenwertung bei Olympischen Spielen, ermittelt das erfolgreichste Bundesland. Baden-Württemberg führte die Wertung an, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Die Zuordnung der Medaillen erfolgte dabei nicht nach der Herkunft der Sportler, sondern nach dem Verein, für den sie antraten.

Beliebte Disziplinen und organisatorische Herausforderungen

Einige Sportarten erfreuten sich besonderer Beliebtheit bei den Zuschauern. Dazu gehörten Rapid Surfen an der Leinewelle, Speedklettern und Breaking. Das Neue Rathaus, Austragungsort für Breaking, war zeitweise komplett ausgelastet, was zu langen Warteschlangen führte. Auch die Leinewelle war am Veranstaltungstag erneut ausgelastet, sodass die Veranstalter Besucher baten, nicht mehr dorthin zu kommen.

Mehrere Beteiligte der Finals 2026 in Hannover stehen in einer Reihe.
Mehrere Beteiligte der Finals 2026 in Hannover stehen in einer Reihe. Credit: ndr.de

Das Gewichtheben feierte in diesem Jahr seine Premiere bei den Finals. Der Mannschaftswettbewerb, bei dem die neun stärksten Teams der „German Weightlifting Bundesliga“ antraten, umfasste die Teildisziplinen Reißen und Stoßen. Der Aufbau der Wettkampfbühne wurde von ehrenamtlichen Helfern bis in die Nachtstunden durchgeführt.

Das Wetter stellte die Organisation bei einigen Outdoor-Sportarten vor Herausforderungen. So musste das Speedklettern am Opernplatz aufgrund von Regen unterbrochen werden, konnte jedoch später fortgesetzt werden. Beim Bogenschießen war der Wind so stark, dass freiwillige Helfer eine Aufstellwand während der Siegerehrung sichern mussten. Trotz des schlechten Wetters fanden sich viele Zuschauer am Maschsee ein, um die Kanu-Rennen zu verfolgen.

Beim Gewichtheben bauen mehrere Männer zwischen den Durchgängen die Gewichte um.
Beim Gewichtheben bauen mehrere Männer zwischen den Durchgängen die Gewichte um. Credit: ndr.de

Ein wichtiges Element der Veranstaltung war das Sicherheitskonzept, das durch Awareness-Teams unterstützt wurde. Diese Teams waren Ansprechpartner für Besucher bei Problemen, ermöglichten vertrauensvolle Gespräche und boten bei Bedarf Rückzugsorte an. Ihre Aufgaben umfassten Anti-Diskriminierungs-Arbeit und Gewaltprävention. Die häufigsten Anfragen betrafen verlorene Kinder oder Eltern, die jedoch alle wiedergefunden wurden. Die Finals 2026 endeten mit einer positiven Bilanz der Verantwortlichen.

Source: ndr.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.