Italien verhandelt offenbar mit Pep Guardiola als Nationaltrainer

Italien verhandelt offenbar mit Pep Guardiola als Nationaltrainer

Der italienische Fußballverband bemüht sich Berichten zufolge intensiv um Pep Guardiola als neuen Nationaltrainer. Laut „Sky Italia“ und Sky Sport Italia wurde der Trainer in Barcelona von Paolo Maldini, dem Technischen Direktor des italienischen Verbands, besucht. Gemeinsam mit Leonardo, einem Berater des italienischen Verbands und ehemaligem brasilianischen Weltmeister, sollen über fast drei Tage Verhandlungen über eine mögliche Zusammenarbeit stattgefunden haben.

Eine klare Tendenz, ob Guardiola die Position des Nationaltrainers nur wenige Wochen nach dem Ende seiner Tätigkeit bei Manchester City übernehmen möchte, ist bisher nicht bekannt. Der 55-Jährige ist seit Juli offiziell ohne Anstellung, nachdem sein Vertrag bei Manchester City am 30. Juni ausgelaufen war. Er hatte diesen nach zehn Jahren nicht verlängert.

Hintergrund der Trainersuche

Die Suche nach einem neuen Nationaltrainer für die Squadra Azzurra erfolgt, nachdem Italien zum dritten Mal in Folge die Qualifikation für die WM 2026 verpasst hat. Diese wiederholte Nichtqualifikation führte zu Veränderungen im italienischen Verband. Der bisherige Auswahlcoach Gennaro Gattuso, Teambetreuer Gianluigi Buffon und Verbandschef Gabriele Gravina mussten ihre Posten räumen.

Der neue Präsident der Federazione Italiana Giuoco Calcio, Giovanni Malagò, überzeugte daraufhin den früheren Starspieler Paolo Maldini, das Amt des Technischen Direktors zu übernehmen. Eine der wichtigsten Aufgaben für Maldini ist die Findung eines neuen Nationaltrainers, um die Mannschaft neu aufzustellen.

In der Vergangenheit hatte Guardiola noch keine Nationalmannschaft trainiert. Er war jedoch mehrfach als Trainer der brasilianischen Seleção im Gespräch, bevor Carlo Ancelotti dort engagiert wurde. Italien, ein vierfacher Weltmeister, hatte zuletzt 2014 an einer WM-Endrunde teilgenommen, schied dort jedoch in der Gruppenphase aus. Ein Höhepunkt war der Gewinn der Europameisterschaft 2021 unter Trainer Roberto Mancini.

Potenzielle Kandidaten und Guardiolas Erfolge

Neben Pep Guardiola galten zuletzt auch Roberto Mancini und Andrea Pirlo als Favoriten für den Trainerposten. Mancini war bereits von 2018 bis 2023 Trainer der Squadra Azzurra und führte das Team zum Europameistertitel 2021. Andrea Pirlo, der beim letzten WM-Triumph 2006 in Deutschland noch als Spieler auf dem Feld stand, hatte als Trainer bei Juventus Turin und Sampdoria Genua jedoch weniger Erfolg.

Guardiola wäre eine bedeutende Verpflichtung für die Squadra Azzurra. Er gilt als einer der erfolgreichsten Vereinstrainer der Gegenwart. Mit dem FC Barcelona gewann er die Champions League in den Jahren 2009 und 2011. Auch mit Manchester City holte er den Titel in der Champions League im Jahr 2023. Insgesamt gewann er mit dem FC Barcelona, dem FC Bayern und Manchester City zwölf nationale Meistertitel.

Sollte Guardiola das Amt übernehmen, wäre er der erste ausländische Trainer in der Geschichte des italienischen Nationalteams seit dem Ungarn Lajos Czeizler, der Italien von November 1953 bis Juni 1954 trainierte und nach dem Ausscheiden in der Gruppenphase der WM in der Schweiz zurücktrat. Verbandschef Malagò äußerte sich nicht direkt zu Guardiola, deutete jedoch an, dass seine Liste für den zukünftigen Trainer möglicherweise nicht nur die Namen Pirlo und Mancini enthält.

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Source: bild.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.