Jürgen Klopp als Bundestrainer vorgestellt: „Ich mache das für euch“

Jürgen Klopp als Bundestrainer vorgestellt: „Ich mache das für euch“

Jürgen Klopp wurde am Freitag offiziell als neuer Bundestrainer vorgestellt, eine Rolle, die er als nationale Angelegenheit betrachtet, um den deutschen Fußball wieder in den Vordergrund zu rücken. Der DFB legt dabei viel Vertrauen in seine Hände. Hans-Joachim Watzke, der Boss der Bundesliga, äußerte seine Freude über die erneute Zusammenarbeit mit Klopp, nachdem sie bereits sieben Jahre lang bei Borussia Dortmund erfolgreich zusammengearbeitet hatten.

Klopp hatte zuvor sowohl Borussia Dortmund als auch den FC Liverpool zu Erfolgen geführt und den 1. FSV Mainz zu einer attraktiven Mannschaft geformt. Er betonte, dass er dreimal erlebt habe, wie erfolgreicher Fußball eine Stadt verändern kann, und nimmt sich nun vor, ein ganzes Land zu inspirieren.

Klopps Vision und die Rolle von Marc Kosicke

Während seiner Vorstellung in der Verbandszentrale, wo er seinen bis nach der WM 2030 gültigen Vertrag unterzeichnete, sprach Klopp über seine Ambitionen. Er stellte sich vor, bei einem Turnier Weltmeister zu werden, und beschrieb dieses Gefühl als „gut“. Er forderte alle auf, sich dieser Vision anzuschließen, um eine positive Atmosphäre im Land zu schaffen.

Klopp plant, beim DFB eine umfassende Umstrukturierung vorzunehmen. Er erklärte, dass er alles Gute beibehalten werde, aber auch bereit sei, aufzuräumen, falls nötig. Dafür hat er Marc Kosicke als „Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation“ mitgebracht. Kosicke, der langjährige Berater von Klopp, wird in keiner schriftlichen Mitteilung des DFB erwähnt, wurde aber von Klopp selbst vorgestellt.

Jürgen Klopp
Jürgen Klopp Credit: sportschau.de

Bernd Neuendorf, der Verbandspräsident, bezeichnete Kosicke als eine „wichtige Schnittstelle“ für Bereiche wie Kommunikation, Sponsoring und Marketing. Die enge Verbindung zwischen Klopp und Kosicke war von Anfang an klar, und der DFB hat sich entschieden, beide im Paket zu engagieren. Kosicke, dessen Schwerpunkt nun der DFB sein wird, erhält umfassenden Zugang zum Verband, was die Bedeutung seiner Rolle unterstreicht.

Der Fahrplan der Nationalmannschaft unter Klopp

Die Ära von Jürgen Klopp als Bundestrainer beginnt sofort, wobei die ersten ernsthaften Herausforderungen im September anstehen. Klopp hat nun zwei Monate Zeit, um sich einzuarbeiten, Spieler zu sichten und taktische Konzepte für die Mannschaft zu entwickeln. Die EM 2028, die im Vereinigten Königreich und Irland stattfindet, ist ein wichtiges Ziel, bis zu dem die Nationalmannschaft wieder konkurrenzfähig sein soll.

Sein Debüt als Bundestrainer gibt Klopp am 24. September in der Nations League gegen die niederländische Nationalmannschaft. Drei Tage später folgt ein Heimspiel in Augsburg gegen Griechenland. Am 1. Oktober trifft die Mannschaft in München auf Serbien, gefolgt vom Rückspiel gegen Griechenland am 4. Oktober.

Klopp profitiert davon, dass er seine Mannschaft im September für zwei Wochen am Stück und für vier Spiele zusammenführen kann. Die nächsten Länderspiele finden im November statt, mit den beiden Nations-League-Rückspielen gegen Serbien am 13. November in Belgrad und gegen die Niederlande am 16. November in Berlin. Ein erfolgreicher Start in diese Spiele würde den Neuanfang unter Klopp positiv prägen.

Trotz der Herausforderungen sprach Klopp von „Demut“, betonte aber gleichzeitig den Anspruch, Titel gewinnen zu wollen, da andere Zielsetzungen für ihn keinen Sinn ergäben. Er räumte ein, dass Deutschland derzeit „kein logischer Kandidat“ für Titel sei, zeigte sich aber optimistisch, dass sich dies aufgrund des „unglaublich viel Talents“ bald ändern könne. Er lud alle ein, mitzumachen, und erklärte: „Ich mache das nicht für mich, ich mache das für euch.“

Source: sportschau.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.