Frankfurt: Jürgen Klopp zum Bundestrainer ernannt, droht aber mit sofortigem Rücktritt

Frankfurt: Jürgen Klopp zum Bundestrainer ernannt, droht aber mit sofortigem Rücktritt

Klopp übernimmt Nationalmannschaft und setzt klare Grenzen

Jürgen Klopp, ehemaliger Trainer des FC Liverpool und der Bundesliga, ist offiziell zum neuen Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft ernannt worden. Er tritt die Nachfolge von Julian Nagelsmann an. Bei seiner Vorstellung in Frankfurt setzte der 59-Jährige jedoch umgehend eine deutliche Warnung an die Medien und die Öffentlichkeit ab. Er drohte mit sofortigem Rücktritt, falls seine Familie nicht in Ruhe gelassen werde und es Kritik unter der Gürtellinie gebe.

Internationale Medien reagierten auf die Ernennung und Klopps Ansage. Die englische „BBC“ bezeichnete ihn als möglichen „Messias“, der die Zweifler überzeugen müsse, während „The Telegraph“ von einem Ultimatum sprach, das Klopp am Tag seiner Vorstellung gestellt habe. Der Vertrag soll 6 Millionen Pfund pro Jahr umfassen, was rund 7 Millionen Euro entspricht.

Die italienische „Gazzetta dello Sport“ griff die Warnung ebenfalls auf und zitierte Klopp mit den Worten: „Keine persönlichen Angriffe, sonst gehe ich.“ „Corriere dello Sport“ hob hervor, dass Deutschland nach dem frühen Ausscheiden bei der WM 2026 auf Klopps Erfahrung und visionäre Ideen setze.

Internationale Erwartungen und Trainerphilosophie

Die spanische „Marca“ betonte, dass nun alle Blicke auf Klopp gerichtet seien. Seine Fähigkeit, konkurrenzfähige Mannschaften aufzubauen, sei die große Hoffnung für Deutschland, um verlorenes Prestige zurückzugewinnen und wieder um große Titel mitzuspielen. Seine Ankunft erhöhe zudem das Niveau der Trainerbänke der großen Nationalteams.

Das spanische Portal „Sport“ hob hervor, dass Klopp sich der Notwendigkeit einer Erneuerung im deutschen Fußball bewusst sei, auch in den Nachwuchsmannschaften und bei der Talentförderung. Seine intensive Spielweise, seine Fähigkeit, eine Verbindung zu den Spielern aufzubauen, und seine Erfahrung in Drucksituationen machten ihn zu einer wertvollen Verstärkung.

Die französische „L’Équipe“ merkte an, dass Klopp mit 59 Jahren zum ersten Mal in seiner Karriere den Alltag eines Nationaltrainers erleben werde, mit der großen Verantwortung, einem vierfachen Weltmeister neuen Schwung zu verleihen. „Le Monde“ sah seine Verpflichtung als passend zu seiner Karriere, die auf dem Wiederaufbau kriselnder Mannschaften basiere.

Das US-Portal „ESPN“ stellte die Frage, ob Klopp nach einer zweijährigen Auszeit der richtige Mann für diesen Job sei und ob der Job der richtige für ihn sei. Es wurde betont, dass der deutsche Fußball nach mehr als einem Jahrzehnt der Enttäuschungen einen Kulturwandel benötige, den Klopp vorantreiben könnte.

Kaderplanung und mögliche Überraschungen

Klopp kündigte bei seiner Vorstellung an, dass Spieler Möglichkeiten bekommen würden, die möglicherweise noch nicht damit rechnen. Er betonte, dass er sich eine Liste mit 57 Feldspielern angelegt habe und seine Tür offen sei für jeden, der berechtigt ist, für Deutschland zu spielen.

Zu den Spielern, die sich Hoffnungen machen könnten, gehört Jonas Urbig, der von Nagelsmann als Trainingstorhüter zur WM mitgenommen wurde und beim FC Bayern als designierter Neuer-Nachfolger gilt. Auch Alexander Nübel, der den FC Bayern in diesem Sommer verlassen hat, und Finn Dahmen vom FC Augsburg könnten auf ein DFB-Debüt unter Klopp hoffen.

Der FC Bayern-Profi Tom Bischof, der bereits ein Debüt mit dem Adler auf der Brust hatte, könnte ebenfalls eine Rolle spielen. Er verteidigt in München auch links hinten, seine Stammposition ist im Mittelfeld. Lennart Karl vom FC Bayern, der als Zukunft des DFB gilt, könnte ebenfalls gute Chancen haben, nachdem er die WM verletzungsbedingt verpasste. Jamie Leweling, der bei der WM nur 30 Minuten spielte, hofft ebenfalls auf eine neue Chance.

Die Zukunft von Leon Goretzka, dessen Vertrag in München nicht verlängert wurde, hängt von seiner neuen Vereinswahl ab. Obwohl er als Gesicht der jüngsten WM-Misserfolge gilt, könnte er in einem 4-3-3-System eine Achterposition bekleiden. Joshua Kimmich wird voraussichtlich auf der Sechs gesetzt sein. Klopp äußerte sich nicht zu Positionsdiskussionen um Kimmich.

Möglicherweise könnten auch einige U21-Kicker in den Kader rücken, darunter Anton Kade und Mert Kömür vom FC Augsburg sowie der ehemalige Nürnberger Finn Jeltsch. Für die Rechtsverteidigerposition könnte in ferner Zukunft Leandro Morgalla eine Option sein, der beim TSV 1860 ausgebildet wurde und aktuell in Bochum in der zweiten Liga spielt.

Klopp als Bundestrainer vorgestellt: FCB-Schreck soll DFB retten
Klopp als Bundestrainer vorgestellt: FCB-Schreck soll DFB retten Credit: br.de

Klopp betonte, dass er sich auf die Aufgabe freue und alle Spieler einlade, sich zu beweisen.

Source: bild.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.