Klopp will das Gesicht der Nationalmannschaft verändern

Klopp will das Gesicht der Nationalmannschaft verändern

Klopps Vision für die Nationalmannschaft

Jürgen Klopp wird das Erscheinungsbild der deutschen Nationalmannschaft neu gestalten. Er hat bereits signalisiert, dass er sein Spielsystem über die Namen der Spieler stellen wird, eine Vorgehensweise, die er schon bei seinen früheren Stationen beim BVB und in Liverpool erfolgreich angewendet hat. Bis zu seinem ersten Spiel als Bundestrainer bleiben ihm 60 Tage. Sein Debüt gibt er am 24. September in Amsterdam gegen die Niederlande, nach dem Ausscheiden im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft.

Der 59-Jährige hat deutlich gemacht, dass er grundlegende Veränderungen vornehmen wird. „Der deutsche Fußball steht jetzt natürlich an einem Wendepunkt. Wir müssen jetzt Dinge grundlegend verändern“, äußerte Klopp. Er hat eine Liste von Spielern erstellt, die sein Interesse geweckt haben, darunter 57 Feldspieler. Klopp betonte, dass viele gute Spieler bei der WM dabei waren, die jedoch nicht gut gespielt haben. Er sieht Verbesserungspotenzial und wird genau beobachten, wer sich für einen Platz im Team bemüht.

Prioritäten und mögliche Kaderänderungen

Einem Bericht zufolge hat Klopp eine erste „Top-Priorität“ im DFB-Team identifiziert: die Suche nach einem neuen Rechtsverteidiger. Bei der letzten Weltmeisterschaft hatte Joshua Kimmich diese Position inne. Klopp soll Kimmich jedoch nicht dauerhaft in dieser Rolle sehen, sondern könnte ihn stattdessen wieder im Mittelfeld einsetzen. Dies würde eine Abkehr von der Strategie seines Vorgängers Julian Nagelsmann bedeuten, der bei der WM auf einen gelernten Rechtsverteidiger verzichtete.

Klopp richtet seinen Blick angeblich auch auf die U-Nationalmannschaften, um potenzielle Kandidaten zu finden. U21-Coach Antonio Di Salvo setzte zuletzt auf Linus Gechter von Hertha BSC. Eine weitere Option könnte Nnamdi Collins von Eintracht Frankfurt sein, der im vergangenen September unter Nagelsmann eine Chance erhielt. Eine erfahrenere Lösung wäre Josha Vagnoman vom VfB Stuttgart, der bisher zwei Länderspiele bestritten hat und mit den Stuttgartern in der kommenden Saison in der Champions League spielt.

Mit Jürgen Klopp als Bundestrainer soll der Trend wieder nach oben zeigen
Mit Jürgen Klopp als Bundestrainer soll der Trend wieder nach oben zeigen Credit: sport.de

Klopp wird voraussichtlich auch jungen Spielern Chancen geben, die möglicherweise nicht damit rechnen. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass er auf einige Spieler verzichten könnte, die in den letzten Jahren zum Kreis der Nationalmannschaft gehörten. Seine bisherige Karriere zeigt, dass er keine Scheu vor vermeintlich großen Namen hat.

Klopps Erfolgsbilanz bei Kaderumbauten

Bereits bei seinem Amtsantritt beim BVB im Jahr 2008 setzte Klopp ein klares Zeichen, indem er Alexander Frei, einen damals beliebten Stürmer, auf die Bank setzte. Frei passte nicht in Klopps taktisches Konzept des aggressiven Pressings, das laufstarke Spieler erforderte. Nach dieser Saison wechselte Frei zum FC Basel.

Auch beim FC Liverpool, den er im Herbst 2015 übernahm, nachdem sich der Verein von Brendan Rodgers getrennt hatte, nahm Klopp umfangreiche Kaderänderungen vor. In seiner ersten Transferperiode verließen 19 Spieler den Klub oder wurden ausgeliehen, darunter prominente Namen wie Mario Balotelli, Christian Benteke oder Luis Alberto. Dieser Kaderumbau führte später zum Champions-League-Triumph im Jahr 2019 und der englischen Meisterschaft ein Jahr später.

Jürgen Klopp ist offiziell als Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vorgestellt worden. „Er ist einfach einer, der es versteht, Menschen mitzureißen, Menschen zu begeistern“, sagt BVB-Stadionsprecher Norbert Dickel.Quelle:WELT TVAutoplay
Jürgen Klopp ist offiziell als Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vorgestellt worden. „Er ist einfach einer, der es versteht, Menschen mitzureißen, Menschen zu begeistern“, sagt BVB-Stadionsprecher Norbert Dickel.Quelle:WELT TVAutoplay Credit: welt.de

Klopps Ansatz, die Spielidee über einzelne Namen zu stellen, war ein entscheidender Faktor für seine Erfolge in Dortmund und Liverpool. Diesen Ansatz will er nun auch in der Nationalmannschaft anwenden, um den deutschen Fußball wieder auf Kurs zu bringen. Er wird am 24. September sein Debüt als Bundestrainer geben.

Source: welt.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.