Pidcock rückt nach starker Etappe in den Kampf um das Tour-Podium vor

Pidcock rückt nach starker Etappe in den Kampf um das Tour-Podium vor

Auf der 13. Etappe der Tour de France 2026 hat Tom Pidcock einen bedeutenden Sprung in der Gesamtwertung gemacht und sich als potenzieller Podiumskandidat etabliert. Der Brite beendete die Etappe in Belfort als Dritter und gewann dabei wertvolle Zeit auf seine direkten Konkurrenten. Sein Sportlicher Leiter, Jens Zemke, bestätigte, dass das Team ursprünglich den Etappensieg anstrebte, aber auch mit dem Zeitgewinn sehr zufrieden ist.

Pidcock verbesserte sich von Platz zehn auf den vierten Rang der Gesamtwertung. Er liegt nun lediglich neun Sekunden hinter dem drittplatzierten Belgier Remco Evenepoel von Red Bull – Bora – hansgrohe. Dieser Fortschritt überraschte viele, da Pidcock in der ersten Woche der Rundfahrt mit Sitzproblemen zu kämpfen hatte, die sich inzwischen jedoch gelegt haben.

Pidcocks mutige Flucht und die Reaktion der Konkurrenz

Pidcock war Teil einer großen Ausreißergruppe, die zwischenzeitlich aus bis zu 57 Fahrern bestand. Er gewann auf der Straße 7:30 Minuten und inklusive Bonussekunden insgesamt 7:34 Minuten auf die Klassementfahrer um Tadej Pogacar von UAE – Emirates – XRG. Pidcock selbst erklärte, dass er wusste, dass der Etappensieg an der Spitze entschieden werden würde und dass man an solchen Übergangstagen auch für das Top-10-Klassement Zeit gewinnen kann.

Die Frage, warum die anderen Podiumskandidaten Pidcock ziehen ließen, wurde nach der Etappe intensiv diskutiert. Tadej Pogacar, der das Gelbe Trikot trägt, sah darin einen Vorteil für sein Team. Er erklärte, dass es gut für sie war, dass Pidcock vorne war, da andere Teams die Nachführarbeit übernehmen mussten und UAE auf den letzten 30 Kilometern nicht mehr das Tempo machen musste.

Andere Teams, die um die Podiumsplätze kämpfen, wie Visma – Lease a Bike, Red Bull – Bora – hansgrohe, Lidl – Trek und Decathlon – CMA CGM, wurden für ihre Zurückhaltung kritisiert. Florian Lipowitz, Co-Kapitän von Red Bull, äußerte sich dazu und meinte, dass es nicht nur an seinem Team lag, die Nachführarbeit zu leisten. Er warnte jedoch davor, Pidcock nun aus den Augen zu lassen, obwohl er davon ausgeht, dass Pidcock auf dieser harten Etappe Körner gelassen haben muss.

Patxi Vila, der Sportliche Leiter von Red Bull – Bora – hansgrohe, erklärte, dass sein Team erst spät eingegriffen habe, als die Situation zu gefährlich wurde. Das Hauptziel sei der Etappensieg mit Maxim Van Gils gewesen. Vila sieht Pidcock nicht als großen Konkurrenten, betonte aber auch, dass Pidcock im Vorjahr bei der Vuelta auf dem Podium stand.

Pidcocks Einschätzung und die kommenden Herausforderungen

Pidcock selbst beschrieb die Situation in der Ausreißergruppe als schwierig, da er als einziger Fahrer ohne Teamkollegen in der Zehnergruppe war und sich nicht absetzen konnte. Er hatte sich auf UAE konzentriert, die er für die gefährlichsten hielt, übersah dabei aber Mauro Schmid von Jayco – AlUla, der sich mit Harold Tejada absetzte.

Trotz des verpassten Etappensieges zeigte sich Pidcock zufrieden mit dem Zeitgewinn. Er blickt zuversichtlich auf die entscheidende Phase der Tour de France. Die Top Ten seien nun sehr realistisch. Er schränkte jedoch ein, dass er im Zeitfahren voraussichtlich viel Zeit verlieren wird. Auch sein Sportlicher Leiter Jens Zemke ist überzeugt von Pidcocks Potenzial und betonte, dass Pidcock bereits bei der Vuelta gezeigt habe, dass er ein Podiumskandidat ist.

Die kommenden Etappen werden zeigen, ob Pidcock seine Position halten oder sogar weiter verbessern kann. Die Konkurrenz scheint ihn noch nicht vollständig ernst zu nehmen, was seinem Team zugutekommen könnte. Pidcock selbst ist sich der Herausforderungen bewusst, insbesondere im Zeitfahren, wo er mit Zeitverlust rechnet.

Tom Pidcock
Tom Pidcock Credit: radsportaktuell.de

Mads Pedersen von Lidl – Trek gab Fehler seines Teams zu und erklärte, dass es ein großer Fehler war, 30 Fahrer ziehen zu lassen, ohne einen eigenen Fahrer in der Gruppe zu haben. Sein Teamkollege Matthias Skjelmose stimmte zu und meinte, dass sie vielleicht früher hätten eingreifen sollen, um Pidcock einzufangen. Die Entscheidung lag jedoch bei den Sportdirektoren, die erst spät mit der Nachführarbeit beginnen wollten.

Steven De Jongh, der Chef von Lidl – Trek, wies die Verantwortung von sich und erklärte, dass es kein Fehler war, sondern an den Umständen lag, wenn eine so große Gruppe weggeht. Er meinte, dass Pidcock nun vorne dabei sei und man sehen werde, was passiert, aber es sei in Ordnung. Pidcock selbst sagte im Ziel, dass er nicht glaube, dass es für irgendjemanden leicht werden würde und dass er erwarte, dass das ganze Feld in die Gruppe wollte.

Die 13. Etappe endete mit Mauro Schmid und Harold Tejada an der Spitze, wobei Pidcock den Sprint der Verfolgergruppe gewann und als Dritter ins Ziel kam.

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Source: radsport-news.com

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.