Zentralmassiv: van der Poel feiert Ausreißer-Sieg auf verkürzter Etappe

Zentralmassiv: van der Poel feiert Ausreißer-Sieg auf verkürzter Etappe

Mathieu van der Poel hat die 9. Etappe der Tour de France gewonnen. Der Niederländer setzte sich in Ussel im Sprint einer vierköpfigen Ausreißergruppe durch, knapp vor dem Hauptfeld. Dieser Sieg ist sein dritter Etappensieg bei der Tour de France insgesamt.

Van der Poel eröffnete den Sprint 250 Meter vor dem Ziel und zeigte sich auf den letzten Metern als der Stärkste. Bereits 25 Kilometer vor dem Ziel hatte der 31-Jährige eine Selektion der ursprünglich acht Ausreißer herbeigeführt. Nach ihm kamen Tobias Johannessen als Zweiter und Tom Pidcock als Dritter ins Ziel, während Alex Baudin den vierten Platz belegte.

Hitzebedingte Anpassungen und Rennverlauf

Die Etappe war von hohen Temperaturen geprägt, wobei die Behörden im Département Corrèze die höchste Hitzewarnstufe Rot ausgerufen hatten. Aufgrund dessen wurde die Strecke von ursprünglich 185,5 Kilometern auf 155,5 Kilometer verkürzt. Dies war eine Maßnahme, um die Sicherheit der Fahrer zu gewährleisten und die Einhaltung der Beschränkungen der Hitzewarnstufe zu ermöglichen.

Trotz der Hitze, bei der durchschnittlich 36 Grad gemessen wurden, schlugen die Fahrer zu Beginn ein hohes Tempo an. Das Hauptfeld dünnte sich aus, aber eine Fluchtgruppe konnte sich erst nach etwa 60 Kilometern absetzen. Die Fahrergewerkschaft CPA hatte vor dem Etappenstart in einem Schreiben gefordert, die Startzeiten der Sommerrennen anzupassen, um die Gesundheit der Athleten zu schützen.

Der Gesamtführende Tadej Pogacar äußerte sich ebenfalls zur Hitzeproblematik und schlug eine radikale Maßnahme vor. Er regte an, den Rennkalender komplett zu ändern und im Juli und August nicht mehr in heißen Gegenden zu fahren. Eine frühere Startzeit der Etappen sieht er nicht als Lösung, da die Fahrer dann in der größten Hitze ankämen.

Spannung im Zentralmassiv

Nach mehr als 60 Kilometern gelang es 16 Fahrern, sich abzusetzen. Diese Spitzengruppe ging mit nur 20 Sekunden Vorsprung in den schwersten Anstieg des Tages, den 3,8 Kilometer langen Suc au May. Dort sortierte sich die Gruppe neu, und Pidcock führte die nun achtköpfige Rennspitze bei der Bergwertung der 2. Kategorie an.

Van der Poel attackierte an einer kurzen Rampe 25 Kilometer vor dem Ziel und überquerte als Erster die Kuppe. Seine Attacke verkleinerte die Gruppe auf ein Quartett, bestehend aus ihm selbst, Johannessen, Pidcock und Baudin. Zehn Kilometer vor dem Ziel hatte dieses Quartett einen Vorsprung von 42 Sekunden auf das Hauptfeld.

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Cycling-Tour-de-France-Stage-9-Malemort-to-Ussel-USSEL-France-July-12-2026-Alpecin-Premier-Tech-s-Mathieu-Van-Der-Poel-celebrates-winning-stage-9-REUTERS-Stephanie-Lecocq Credit: n-tv.de

Drei Kilometer vor dem Ziel betrug der Vorsprung immer noch 30 Sekunden, was letztendlich für van der Poels Sieg ausreichte. Das Team Alpecin-Premier Tech dürfte der Erfolg Erleichterung verschaffen, nachdem es bei den Flachetappen zuvor nicht für einen Sieg von Sprinter Jasper Philipsen gereicht hatte.

Van der Poel äußerte sich nach dem Rennen: „Es war ein brutal harter Tag. Die Tour war bis jetzt noch nicht erfolgreich für unser Team. Aber wir haben eine super Gruppe hier und haben immer dran geglaubt, dass wir das Ruder noch rumreißen können.“

Ausblick auf die nächste Etappe

In der Gesamtwertung hatte der Etappensieg keine Auswirkungen, da die Favoriten nur sechs Sekunden hinter dem Quartett ins Ziel kamen. Tadej Pogacar bleibt weiterhin souverän in Führung vor Jonas Vingegaard. Florian Lipowitz bleibt Siebter in Schlagdistanz zum Podium.

Nach einem Ruhetag am Montag geht es bei der Tour am Dienstag weiter. Die 10. Etappe führt über 167 Kilometer von Aurillac nach Le Lioran durch die Vulkanberge der Auvergne. Dabei stehen sieben Bergwertungen an, und die Fahrer werden am Ende 3.800 Höhenmeter in den Beinen haben.

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Source: sportschau.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.