WM-Halbfinale: Schiedsrichter Iván Barton sorgt mit Freistoß-Spray für Aufsehen

WM-Halbfinale: Schiedsrichter Iván Barton sorgt mit Freistoß-Spray für Aufsehen

Kurioser Moment im Halbfinale

Im WM-Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien kam es zu einem ungewöhnlichen Zwischenfall, der für Aufsehen sorgte. Schiedsrichter Iván Barton aus El Salvador hatte in der Anfangsphase des Spiels, genauer gesagt in der 8. Minute, Schwierigkeiten mit seinem Freistoß-Spray. Als er die Mauer nach einem Foul für Spanien auf die korrekte Distanz bringen wollte, funktionierte das Spray nicht.

Barton versuchte mehrfach, das Spray zu betätigen, jedoch ohne Erfolg. Er blickte zunächst ratlos auf das Hilfsmittel und konnte sich ein kurzes Lachen nicht verkneifen. Kurz darauf eilte ein Assistent auf das Spielfeld und überreichte ihm eine neue Spraydose. Diese Szene, die sich in einem der bisher größten Spiele des Turniers ereignete, sorgte im Stadion für Pfiffe und Buhrufe von den anwesenden Fans.

Auch in der Übertragung wurde der ungewöhnliche Moment kommentiert. Ein Kommentator bezeichnete die Situation als „unangenehm in einem WM-Halbfinale“. Nach dem kurzen technischen Problem konnte die Partie fortgesetzt und der Freistoß ausgeführt werden. Der anschließende Versuch von Alex Baena landete jedoch in der Mauer.

Spaniens Weg ins Finale

Trotz des misslungenen Freistoßes hatten die Spanier letztlich Grund zum Jubeln. Sie gewannen das Halbfinale mit 2:0 und sicherten sich damit den Einzug ins WM-Endspiel. Die Tore fielen nach einem verwerteten Foulelfmeter und einer Traumkombination, die „La Roja“ den Sieg bescherte.

Die Schweizer Nationalmannschaft wurde nach ihrer Rückkehr aus den USA von Tausenden Fans in Zürich empfangen. Das Team von Trainer Murat Yakin feierte auf dem Turbinenplatz die erfolgreiche WM-Teilnahme. Yakin äußerte, dass sie gerne länger geblieben wären, aber der Empfang sei schön. Die Schweiz war erst im Viertelfinale gegen Argentinien ausgeschieden.

Barton als „Hingucker“ des Turniers

Schiedsrichter Iván Barton ist während des Turniers bereits mehrfach in den Fokus gerückt. Seit seiner Aussage zum verdeckten Mund von Paraguays Miguel Almirón hat er Kultstatus erlangt. Schon beim Spiel zwischen Paraguay und der Türkei war er ein „Hingucker“. Damals hatte Almirón, der erste Fußball-Profi bei dieser WM, die Rote Karte erhalten, weil er sich in einem Disput mit dem Gegner die Hand vor den Mund gehalten hatte.

Iván Barton lässt sich ein neues Freistoß-Spray reichen.
Iván Barton lässt sich ein neues Freistoß-Spray reichen.© picture alliance/AP Photo/Julio Cortez Credit: web.de

Barton hatte den Platzverweis für Almirón mit den Worten „After Review. Number 10. Paraguay. Covered his mouth. Decision is: Red Card!“ verkündet. Dieser Auftritt fand im Internet große Beachtung und wurde sogar musikalisch untermalt. Auch im Halbfinale wurde der 35-Jährige erneut zum Blickfang, als er sich mit einem Lächeln im Gesicht ein neues Freistoß-Spray reichen ließ.

Abseits des Spielfeldes sorgte der Fall um die aufgehobene Rote Karte für US-Star Folarin Balogun weiterhin für Diskussionen. Einem Bericht zufolge soll ein einziger FIFA-Funktionär die Entscheidung getroffen haben, die Sperre für Balogun zurückzunehmen oder zur Bewährung auszusetzen. Dies ermöglichte es dem Angreifer, im Achtelfinale gegen Belgien aufzulaufen.

Mohammad Al-Kamali aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Vorsitzender der FIFA-Disziplinarkommission, soll diese Entscheidung getroffen haben, ohne die restlichen 17 Mitglieder der Kommission einzubeziehen. Ein Reporter konfrontierte Al-Kamali in Miami mit den Vorwürfen, doch dieser schwieg und ignorierte die Fragen.

Folarin Balogun selbst äußerte sich ebenfalls zu dem Vorfall. Er sei schockiert über die Rote Karte gewesen, habe die Entscheidung aber akzeptieren müssen. Er betonte, dass es bei einer nicht absichtlichen Aktion keine Rote Karte geben sollte. Die Aufhebung der Sperre durch die FIFA, einen Tag vor dem Achtelfinale, sei überraschend gewesen und habe zu Kontroversen geführt. Balogun zeigte sich glücklich, zum Team zurückkehren zu können, räumte aber ein, dass es viele „Nebengeräusche“ gegeben habe.

Die Spanier stehen nun im WM-Endspiel, das am 19. Juli stattfindet.

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Source: sportbild.bild.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.