Ulrike Nasse-Meyfarth’s scharfe Kritik an der Behandlung ostdeutscher Athleten und ihre Weigerung, Auszeichnungen von einem umstrittenen IAAF-Präsidenten anzunehmen, werfen Fragen zur Anerkennung in der Sportgeschichte auf.
Nasse-Meyfarth, eine zweifache Olympiasiegerin im Hochsprung, äußerte sich über die mangelnde Wertschätzung, die ostdeutschen Sportlern von westdeutschen Kollegen entgegengebracht wird. Sie erklärte: „Ich finde es unsäglich, wie wenig Respekt ostdeutschen Olympiasiegern, Weltmeistern und sonst erfolgreichen Athleten von den Westdeutschen entgegengebracht wurde und wird.“
Die Kontroversen um den ehemaligen IAAF-Präsidenten Lamine Diack sind nicht neu. Diack wurde wegen seiner Rolle in einem Doping-Skandal verurteilt und erhielt eine vierjährige Haftstrafe, wovon zwei Jahre ausgesetzt wurden. Nasse-Meyfarth bezeichnete ihn als „Dreckschwein“ und entschied sich daher gegen eine Ehrung durch die IAAF.
Ihre Ablehnung spiegelt ein größeres Problem wider: Die Debatte über das Erbe der ostdeutschen Athleten und die Auswirkungen des Dopings im Sport ist nach wie vor aktuell. Viele Ostdeutsche fühlen sich nach wie vor benachteiligt und ignoriert.
Nasse-Meyfarth, die in Frankfurt am Main geboren wurde und in Wesseling bei Köln aufwuchs, gewann ihre Goldmedaillen in den Jahren 1972 und 1984. Trotz ihrer Erfolge bleibt sie kritisch gegenüber der Art und Weise, wie Ostdeutsche im Nachhinein behandelt werden.
Die Diskussion über Respekt und Anerkennung in der Sportwelt ist noch lange nicht beendet. Während einige Stimmen für eine gerechtere Behandlung plädieren, gibt es immer noch Widerstand gegen diese Sichtweise.
