Mayo beendet 75-jährigen Fluch und gewinnt Meisterschaft

Mayo beendet 75-jährigen Fluch und gewinnt Meisterschaft

Die Gaelic Footballer aus der irischen Provinz Mayo haben nach 75 Jahren wieder die Meisterschaft gewonnen. Spieler sanken vor Erleichterung auf die Knie, und auf den Rängen lagen sich Menschen mit Freudentränen in den Armen, als der Schlusspfiff im Croke Park in Dublin ertönte. Dieser Sieg beendete einen der wohl ältesten und kuriosesten Flüche im Sport.

Mayo gewann das Finale gegen Kerry. Das Spiel, das vor 82.000 Zuschauern stattfand, war nichts für schwache Nerven. Kerry legte zunächst mit einem Blitzstart vor, doch Mayo konnte bis zur Pause aufholen. Mit einem Tor von Darragh Beirne kippte die Partie endgültig zugunsten von Mayo. Tommy Conroy machte mit der letzten Aktion des Spiels alles klar und sorgte für Ekstase im Stadion und bei den Bewohnern des County Mayo.

Der angebliche Fluch von 1951

Der Fluch soll am 23. September 1951 entstanden sein, nachdem Mayo seinen dritten Titel in der Sportart, einer Mischung aus Fußball und Rugby, gewonnen hatte. Auf der Heimreise sollen die Spieler von Mayo ausgelassen gefeiert und bei der Fahrt durch das Dorf Foxford einem Trauerzug nicht den nötigen Respekt erwiesen haben. Der Legende nach sprach daraufhin ein Priester oder ein Angehöriger des Verstorbenen einen Fluch aus: Mayo werde keine Meisterschaft gewinnen, solange noch ein Mitglied der Siegermannschaft von 1951 am Leben sei.

Was folgte, war eine Serie von Niederlagen. Zwischen 1951 und 2026 stand Mayo elfmal im Finale, verlor aber jedes Mal, oft knapp und dramatisch. Zu den denkwürdigen Niederlagen gehören das Endspiel von 1996, bei dem ein Glückstreffer des Gegners entscheidend war, und das Finale von 2016, in dem Mayo zwei Eigentore erzielte, was im Gaelic Football ein seltenes Ereignis ist.

Dublin , Ireland - 26 July 2026; Aidan O'Shea of Mayo with his sister Méadbh, left, his wife Kristin and his daughter Romee after the GAA Football All-Ireland Senior Championship final match betw ...
Dublin , Ireland – 26 July 2026; Aidan O'Shea of Mayo with his sister Méadbh, left, his wife Kristin and his daughter Romee after the GAA Football All-Ireland Senior Championship final match betw … Credit: watson.ch

Das Ende einer langen Wartezeit

Das Finale in diesem Jahr war das erste Endspiel für Mayo seit dem Tod des letzten lebenden Spielers der Meistermannschaft im Jahr 2023. Damit war die Bedingung des angeblichen priesterlichen Fluches erfüllt. Der Sieg beendete somit eine 75-jährige Durststrecke für das Team.

Prominente Glückwünsche folgten dem Sieg. Der frühere US-Präsident Joe Biden gratulierte mit dem Schlachtruf „Mayo für Sam“, wobei Sam den Sam Maguire Cup, die Trophäe für die Meisterschaft, bezeichnet. Biden, der familiäre Wurzeln in Mayo hat, teilte seine Grußbotschaft auf der Plattform X mit den Worten: „Herzlichen Glückwunsch an meine Freunde in Mayo. Genießt jede Minute. Sam kommt nach Hause. Der Traum ist Wirklichkeit geworden.“ Auch Noel Gallagher von Oasis gratulierte auf X mit den Worten: „Es ist vollbracht.“

Trotz des Bruchs des Fluches bleibt das Rätsel um seine Entstehung bestehen. Lokale Chronisten bezeichnen die Geschichte als eine Anekdote, die Anfang der 2000er-Jahre aufgetaucht sei. Viele langjährige Bewohner von Foxford konnten sich nicht an den Vorfall mit der Beerdigung erinnern. Mick Loftus, das letzte überlebende Mitglied der Meistermannschaft von 1951, sprach von „viel Lärm um Nichts“ und konnte sich nicht an einen Trauerzug erinnern, fügte aber hinzu, dass dies nicht bedeute, dass es keinen gab.

Source: sport1.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.