Die nächste Wohngeldanpassung im Januar 2027 könnte viele Haushalte erstmals anspruchsberechtigt machen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass das Wohngeldgesetz das Bundesbauministerium verpflichtet, das Wohngeld alle zwei Jahre an die Miet- und Preisentwicklung anzupassen. Die letzte Fortschreibung trat am 1. Januar 2025 in Kraft und brachte im Schnitt 30 Euro mehr pro Monat für die Berechtigten.
Die Berechnungsgrundlage für die Anpassung sind die Jahresdurchschnittswerte des Verbraucherpreisindex sowie ein Teilindex aus Nettokaltmiete und Wohnungsnebenkosten. Mit der nächsten Anpassung steigen auch die Höchstbeträge für Miete und Belastung. Ein Einpersonen-Haushalt in Mietstufe 1 kann heute höchstens 380,20 Euro Bruttokaltmiete einbringen.
Aktuell liegt die Einkommensgrenze für einen Einpersonen-Haushalt in Mietstufe 4 bei rund 1.593 Euro netto im Monat. Nach der Erhöhung im Jahr 2027 könnte diese Grenze auf etwa 1.830 Euro steigen.
Trotz dieser positiven Entwicklungen wissen viele Menschen nicht, dass sie Anspruch auf Wohngeld haben. Eine Sprecherin der Verbraucherzentrale betont: „Viele Menschen wissen schlicht nicht, dass sie Anspruch haben – oder sie scheitern schon am Antrag.“ Das System wird als zu komplex und langsam kritisiert.
Verbraucherschützerin äußert sich besorgt: „Das Wohngeld ist ein wichtiges Instrument – aber es muss die Menschen auch rechtzeitig erreichen.“ Die Nachfrage nach Wohngeld ist seit der letzten Reform sprunghaft gestiegen, vielerorts schneller, als die Verwaltung reagieren konnte.
Noch bleibt unklar, ob die Bundesregierung eine weitere Reform plant. Die Fortschreibungsverordnung ändert keine Mietstufen-Zuordnungen und die Wohngeldbehörde informiert Antragsteller nicht über den günstigsten Zeitpunkt für einen neuen oder Weiterbewilligungsantrag.
Wohngeld wird ab dem ersten Tag des Antragsmonats für in der Regel zwölf Monate bewilligt, kann jedoch nicht rückwirkend beantragt werden. Dies stellt eine zusätzliche Hürde dar für diejenigen, die möglicherweise von dieser Unterstützung profitieren könnten.
