Deutschland verliert letztes WM-Gruppenspiel gegen Ecuador

Deutschland verliert letztes WM-Gruppenspiel gegen Ecuador

Deutschland unterliegt Ecuador in New York/New Jersey

Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr letztes Vorrundenspiel der WM 2026 in der Gruppe E gegen Ecuador mit 1:2 (1:1) verloren. Obwohl das Team bereits vor der Partie als Gruppenerster feststand, verpasste es damit seinen zwölften Sieg in Serie. Das Spiel fand in New York/New Jersey statt und zeigte eine fehlerhafte Leistung der deutschen Auswahl gegen leidenschaftlich spielende Ecuadorianer.

Leroy Sané brachte Deutschland früh in Führung, als er in der 2. Minute zum 1:0 traf. Dieser Treffer war das früheste deutsche WM-Tor seit 1934. Kurz darauf gelang Nilson Angulo in der 9. Minute der Ausgleich für die Südamerikaner. Das entscheidende Tor zum Sieg für Ecuador erzielte Gonzalo Plata in der 78. Minute.

Die deutsche Mannschaft zeigte ungewohnt viele Ballverluste im Aufbauspiel, teilweise tief in der eigenen Hälfte. Spieler wie Felix Nmecha und Aleksandar Pavlović waren an diesen Fehlern beteiligt. Ecuador zwang die deutsche Auswahl durch seine intensive Spielweise in zahlreiche Zweikämpfe, was zu einem zerfahrenen Spiel führte, in dem Torchancen Mangelware waren.

Reaktionen und Trainerstimmen

Joshua Kimmich äußerte sich nach dem Spiel und bezeichnete die Niederlage als verdient. Er analysierte, dass das Team gut gestartet sei und früh in Führung gegangen sei, aber dann zu viele Ballverluste gehabt habe, die den Gegner stark gemacht hätten. Kimmich betonte, dass man das Spiel unbedingt gewinnen wollte, die zweite Halbzeit jedoch zu einer verdienten Niederlage führte. Er fügte hinzu, dass nichts Gravierendes passiert sei, man sich aber keine weiteren Niederlagen erlauben dürfe.

Bundestrainer Julian Nagelsmann sah es ähnlich. Er kritisierte, dass das Team direkt nach dem Führungstor angefangen habe, Harakiri bei der Positionierung zu betreiben. Nagelsmann hob hervor, dass Ecuador, für das es um alles ging, „auf dem Gaspedal“ gestanden habe. Er konnte jedoch keinem seiner Spieler vorwerfen, nicht alles gegeben zu haben.

Auf Seiten Ecuadors war die Freude groß. Torschütze Gonzalo Plata sprach von einem „wunderbaren Spiel und einem wunderschönen Erlebnis“. Er zeigte sich stolz darauf, dass das Team für das Weiterkommen gekämpft hatte.

Umstrittene Szenen und Wechsel

Vor dem frühen Führungstreffer durch Leroy Sané gab es eine umstrittene Szene, in der Aleksandar Pavlović im Duell mit Pedro Vite das Bein sehr hoch hatte und Vite am Kopf traf. Trotzdem gab Schiedsrichterin Tori Penso den Treffer. Ein Schiedsrichter-Experte bezeichnete diese Entscheidung als „mutig“.

Nilson Angulo erzielte den schnellen Ausgleich, nachdem Felix Nmecha im Aufbauspiel den Ball verlor. Angulo traf aus etwa 20 Metern durch die Beine von Pavlović. Dies war der erste Treffer Ecuadors im Turnier.

Julian Nagelsmann nahm zur zweiten Halbzeit einen Wechsel vor und brachte Angelo Stiller für Pavlović. Kurz nach Wiederanpfiff gab es eine weitere strittige Situation, als Schiedsrichterin Penso zunächst auf Elfmeter für Deutschland entschied, diesen aber nach Intervention des Video-Schiedsrichters und Ansicht der Bilder zurücknahm, da Sané zuvor ein Foul begangen hatte.

Im weiteren Verlauf des Spiels wechselte Nagelsmann erneut: Deniz Undav kam für Kai Havertz und Malick Thiaw ersetzte Joshua Kimmich. Später kam auch Maximilian Beier für Nmecha ins Spiel, und Pascal Groß ersetzte Florian Wirtz.

Internationale Pressestimmen

Die internationale Presse kommentierte die Niederlage der deutschen Mannschaft. Medien in England lobten das Comeback Ecuadors. Die Daily Mail hob hervor, dass Ecuador seiner WM-Kampagne mit einem historischen Sieg neues Leben einhauchte und ein Patzer von Manuel Neuer die Siegesserie der deutschen Mannschaft von elf Spielen beendete. The Sun betonte, dass Ecuador seine WM-Hoffnungen auf unglaubliche Weise wahrte und die Siegesserie Deutschlands beendete, die damit knapp daran scheiterte, ihren Allzeitrekord von zwölf Siegen aus den Jahren 1979 und 1980 einzustellen.

In Italien freuten sich Reporter über den Sieg des Underdogs und kritisierten Neuer. Die Gazzetta dello Sport schrieb, dass Ecuador feierte und ins Sechzehntelfinale einzog, während sie Neuers Unsicherheit hervorhob. Der Corriere dello Sport sprach von einer Sensation und einem „wunderschönen Märchen“, da Ecuador zum ersten Mal in seiner Geschichte gegen Deutschland gewann und als einer der besten Gruppendritten ins Sechzehntelfinale einzog.

Spanische Zeitungen kritisierten die deutsche Mannschaft und feierten das „heldenhafte“ Ecuador. Die Marca kommentierte, dass ein Golden Goal von Plata Ecuador in die Runde der letzten 32 brachte und die deutsche Mannschaft bei dieser WM zusehends abbaue. AS bezeichnete Ecuador als heldenhaft, da es sich in letzter Sekunde einen Platz in der Runde der letzten 32 sicherte. Mundo Deportivo hob hervor, dass Ecuador sich nach einem historischen Sieg gegen Deutschland qualifizierte, da „La Tri“ noch nie zuvor gegen die „Mannschaft“ gewonnen hatte.

In Ecuador feierten die Medien einen historischen Sieg. El Universal berichtete von einem historischen Sieg Ecuadors gegen Deutschland und der Qualifikation für das Sechzehntelfinale. El Mercurio schrieb, dass Ecuador seine Fans zittern ließ, aber im letzten Gruppenspiel Deutschland besiegte und sich für das Achtelfinale qualifizierte. Auch in Mexiko wurde „La Tri“ gefeiert, wobei Esto bemerkte, dass Ecuador das Unmögliche geschafft und Deutschland besiegt hatte, um sich unter die besten Drittplatzierten einzureihen.

Argentinische Medien lobten die Leistung Ecuadors als eines der bedeutendsten Kapitel der ecuadorianischen Fußballgeschichte. La Nación betonte, dass Ecuador gegen alle Widrigkeiten Geschichte schrieb, während Diario Popular von einem der bedeutendsten Kapitel der Fußballgeschichte Ecuadors sprach.

In Frankreich wurde den Deutschen empfohlen, das Spiel rasch zu vergessen. L’Équipe sprach von einem Coup Ecuadors und einem sehr enttäuschenden Spiel für die Deutschen. Le Parisien hob hervor, dass Pacho und seine Teamkollegen das Kunststück vollbrachten und sich die Qualifikation für das Sechzehntelfinale sicherten. Le Figaro berichtete, dass Ecuador Deutschland umstieß und eine XXL-Leistung der Südamerikaner zeigte.

Österreichische und Schweizer Medien thematisierten die Schwäche der Deutschen. Die Kronen-Zeitung sprach von einer WM-Überraschung und schwachen Deutschen, während der Blick WM-Sorgen bei den Deutschen sah, trotz des Gruppensiegs. Dänische und niederländische Medien diskutierten die Aufstellung. B.T. bemerkte, dass Deutschland die A-Elf aufstellte, obwohl es bereits als Erster weiter war, und sich viel Energie hätte sparen können. AD berichtete von einer überraschenden Niederlage Deutschlands und Ecuadors Griff nach dem letzten Strohhalm.

Ausblick für beide Teams

Für Deutschland, das die Vorrundengruppe E als Erster abschließt, geht es am Montag im Sechzehntelfinale in Boston weiter. Der Gegner wird ein Gruppendritter sein und steht erst nach dem vollständigen Abschluss der WM-Vorrunde fest. Das Spiel wird um 22:30 Uhr MESZ im Audiostream übertragen.

Ecuador setzt die WM 2026 mit nun vier Punkten als Gruppendritter fort. Nach einem 0:1 gegen die Elfenbeinküste und einem 0:0 gegen Curacao rehabilitierte sich das Team mit dem Sieg gegen Deutschland.

Gonzalo Plata bejubelt sein Siegtor gegen Deutschland
Gonzalo Plata bejubelt sein Siegtor gegen Deutschland Credit: sportschau.de

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Source: sportschau.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.