DFB-Team trifft auf Paraguay
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft trifft im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko auf Paraguay. Diese Begegnung findet am kommenden Montag statt und wird um 22:30 Uhr MEZ angepfiffen. Die Paarung steht fest, nachdem Uruguay sein Spiel gegen Spanien mit 0:1 verloren hat. Ursprünglich war die Entscheidung über den Gegner des DFB-Teams erst später erwartet worden.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat somit über 24 Stunden früher Klarheit über den ersten K.-o.-Gegner, als ursprünglich angenommen. Im schlimmsten Fall hätte die endgültige Entscheidung erst am Sonntagmorgen fallen können, was nur etwa 40 Stunden vor dem geplanten Anstoß der Partie gewesen wäre. Nagelsmann hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass sein Trainerteam die verschiedenen potenziellen Gegner analysiert und Nachtschichten eingelegt hat. Er kritisierte jedoch den Turniermodus, da er zu großem Zeitdruck führe und man bestraft werde, wenn man Gruppenerster wird.
Die FIFA hatte für die diesjährige Weltmeisterschaft, an der erstmals 48 Mannschaften teilnehmen, einen komplexen Schlüssel zur Platzierung der Teams im Turnierbaum entwickelt. Dies war notwendig, da auch die acht besten der insgesamt zwölf Gruppendritten die K.-o.-Phase erreichen. Insgesamt gab es je nach Kombination der weiterkommenden Mannschaften 495 mögliche Szenarien für die Besetzung der K.-o.-Runde.
Die Bilanz des DFB-Teams gegen Paraguay ist positiv. Die letzte Begegnung der beiden Mannschaften war ein Freundschaftsspiel im Jahr 2013, das mit einem 3:3-Unentschieden endete. Die einzige bisherige Begegnung bei einer Weltmeisterschaft fand 2002 im Achtelfinale statt, als Deutschland durch ein Tor von Oliver Neuville gewann.
Diskussionen um Kimmich und Schiedsrichteransetzung
Im Vorfeld des Spiels gegen Paraguay gibt es weiterhin Diskussionen um die Position von Joshua Kimmich in der deutschen Nationalmannschaft. Nach Lothar Matthäus hat sich nun auch Philipp Lahm, ein weiterer ehemaliger Weltmeisterkapitän, für eine sofortige Rückversetzung Kimmichs ins Mittelfeld ausgesprochen. Lahm schrieb in seiner Kolumne, dass Aleksandar Pavlovic in diesem Turnier noch nicht überzeugt habe und viele leichte Ballverluste zeige. Er sieht Kimmich im Mittelfeld, da dieser dort etwa zehn Jahre auf hohem Niveau gespielt habe und der Mannschaft Stabilität geben sowie seine Stärken deutlicher sichtbar machen würde.
Lahm schlug vor, dass Felix Nmecha besser an Kimmichs Seite passe und Pavlovic aus der Startelf weichen müsse. Für die Position des rechten Verteidigers empfahl er Waldemar Anton von Borussia Dortmund. DFB-Sportdirektor Rudi Völler äußerte sich auf einer Pressekonferenz ausweichend zu der Frage und sagte, Kimmich sei „da, wo er spielt, ganz gut aufgestellt“. Julian Nagelsmann hatte einen erneuten Positionswechsel bisher abgelehnt, betonte aber nach der Niederlage gegen Ecuador, dass man im Fußball nichts ausschließen sollte.
Der Schiedsrichter für die Partie zwischen Deutschland und Paraguay im Boston Stadium in Foxborough wird Jalal Jayed aus Marokko sein. Dies gab der Weltverband FIFA bekannt. Jayed hatte bereits das deutsche Auftaktspiel am 14. Juni geleitet, bei dem Deutschland mit 7:1 gegen WM-Neuling Curaçao in Houston gewann. Er wird erneut von seinen Landsleuten Zakaria Brinsi und Mostafa Akarkad an den Seitenlinien unterstützt. Der vierte Offizielle ist Ma Ning aus China.

Für Jayed ist dies bereits das dritte Spiel bei der aktuellen Weltmeisterschaft. Nach dem deutschen Kantersieg war der Marokkaner auch beim 5:0-Sieg von Portugal gegen den Turnier-Debütanten Usbekistan im Einsatz, bei dem Cristiano Ronaldo zwei Treffer erzielte.
Weitere Entwicklungen im Turnier
Der schottische Nationaltrainer Steve Clarke hat nach dem feststehenden Ausscheiden seines Teams aus der Weltmeisterschaft sein Amt niedergelegt. Der Verbandschef Ian Maxwell äußerte sich enttäuscht über das Ausscheiden in der Gruppenphase, hob jedoch die unbestreitbaren Fortschritte unter Clarke in den vergangenen sieben Jahren hervor. Schottland belegte in der Gruppe C hinter Brasilien und Marokko mit drei Punkten den dritten Platz, und das Ausscheiden stand nach weiteren Gruppenspielen am Samstagabend endgültig fest.
In einem offenen Brief dankte der 62-jährige Clarke seinen Spielern. Er betonte, dass ohne sie all die gesammelten Erinnerungen seit 2019 nicht möglich gewesen wären und dass sie jedes Lob und jede Anerkennung verdienen. Er bezeichnete es als große Ehre, ihr Trainer gewesen zu sein.
Auch Europameister Spanien hat vor seinem ersten K.-o.-Duell bei dieser Weltmeisterschaft Sorgen im Sturm. Für Yéremy Pino könnte das Turnier nach einer Verletzung vorzeitig beendet sein. Zudem droht den Iberern der Ausfall von Nico Williams. Der 23-jährige Spieler von Athletic Bilbao wurde im letzten Gruppenspiel gegen Uruguay von Nicolas de la Cruz gefoult und humpelte anschließend. Williams schrieb in den sozialen Medien, dass dies einer der schlimmsten Tage seines Lebens sei, da er sich nach einem schwierigen Jahr erneut verletzt habe. Er versicherte jedoch, dass seine Geschichte noch nicht zu Ende sei und er so bald wie möglich bei dieser Weltmeisterschaft zurückkehren wolle. Eine offizielle Mitteilung des spanischen Nationalteams zu seinem Status steht noch aus.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf betonte am Rande der Weltmeisterschaft die gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs. Er sprach sich gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus aus, da diese den Werten des Fußballs und der Menschlichkeit widersprechen. Neuendorf hob hervor, dass der DFB klar für Vielfalt und gegen jede Form der Ausgrenzung stehe, was in der Satzung verankert sei und das Handeln präge. Er wies auch auf die besondere Verantwortung des DFB hin, die aus der „teilweise beschämenden“ Geschichte des Verbandes erwachsen sei, der sich mit dem NS-Regime gemein gemacht hatte. Neuendorf sprach auf Einladung der Vereinten Nationen (UN), des World Jewish Congress und der NGO „what matters“ bei einer Veranstaltung mit dem Thema „More than 90 Minutes – Sport and Football as a Platform to Fight Antisemitism and Discrimination“ in New York City.

Die deutsche Mannschaft hatte sich bereits vor der 1:2-Niederlage gegen Ecuador als Gruppenerster für das Sechzehntelfinale qualifiziert.
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Source: t-online.de
