Miami: Bellingham führt England ins WM-Halbfinale

Miami: Bellingham führt England ins WM-Halbfinale

Englands Weg ins Halbfinale

Die englische Nationalmannschaft hat sich bei der WM 2026 in einem intensiven Viertelfinale gegen Norwegen durchgesetzt und das Halbfinale erreicht. Das Team von Trainer Thomas Tuchel gewann in Miami mit 2:1 nach Verlängerung. Dieser Erfolg beendete die beeindruckende Reise der norwegischen Mannschaft bei diesem Turnier.

Der Traum vom ersten Titel seit 1966 lebt für England weiter. Die Partie war von Spannung geprägt, wobei Jude Bellingham mit einem Doppelpack zum entscheidenden Spieler avancierte. Norwegen, eines der Überraschungsteams der WM, bot den Engländern erhebliche Gegenwehr.

Die Bedingungen in Miami waren herausfordernd, mit hoher Hitze und Luftfeuchtigkeit, die die Spieler zusätzlich forderten. Trotz dieser Umstände gelang es England, sich durchzusetzen und sich für das Halbfinale zu qualifizieren.

Bellinghams entscheidende Rolle

Jude Bellingham zeigte sich erneut als der „Gamechanger“ für England. Bis zur Nachspielzeit der ersten Hälfte im Viertelfinale gegen Norwegen agierte er, wie das gesamte englische Team, zunächst unauffällig. Doch dann war er plötzlich zur Stelle und änderte den Spielverlauf mit einer herausragenden Einzelaktion.

Nachdem Anthony Gordon den Ball von der linken Seite ins Zentrum spielte, nahm Bellingham die Kugel an der Strafraumkante mit einem ersten Kontakt an. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid umspielte den norwegischen Verteidiger Torbjörn Heggem und traf mit links zum wichtigen Ausgleich kurz vor der Pause in der 45.+2 Minute. Sein Tor sorgte für Diskussionen, da der Ball möglicherweise ein Kamerakabel berührt hatte, was die FIFA jedoch verneinte.

Bellingham war es auch, der kurz nach Anpfiff der Verlängerung für den englischen Siegtreffer verantwortlich war. In der 93. Minute staubte er zum 2:1 ab und bewies damit erneut sein Gespür für wichtige Tore. Dies war bereits sein zweiter Doppelpack im Turnier, nachdem er schon im Achtelfinale gegen Co-Gastgeber Mexiko zwei Tore erzielt hatte.

Jude Bellingham
Jude Bellingham Credit: sportschau.de

Mit sechs Toren in sechs Spielen bei der aktuellen Weltmeisterschaft liegt Bellingham gleichauf mit Harry Kane. Neun seiner insgesamt zwölf Länderspieltore erzielte er bei Welt- und Europameisterschaften, wobei er sechsmal zur Führung und zweimal zum Ausgleich traf. Trainer Thomas Tuchel beschrieb Bellinghams Leistung nach dem Spiel als „Weltklasse!“

Herausforderungen und Ausblick

Obwohl England das Halbfinale erreichte, musste die Mannschaft in den vorherigen Runden, wie gegen die DR Kongo (2:1) und Mexiko (3:2), erheblich leiden. Die Abhängigkeit von Bellingham und Kane wird als potenzielle Schwachstelle des englischen Teams gesehen. Von den 13 Turniertreffern Englands steuerten Bellingham und Kane zwölf bei; nur Marcus Rashford erzielte ein weiteres Tor beim Auftaktspiel gegen Kroatien (4:2).

Im Viertelfinale in Miami taten sich die Engländer zunächst schwer. Norwegen stand tief und bot Harry Kane und seinen Mitspielern kaum Räume. Die Kombinationen Englands wirkten behäbig, was auch auf die hohen Temperaturen zurückgeführt wurde. Norwegen ging durch Andreas Schjelderup in der 36. Minute in Führung.

Ein Patzer von Norwegens Keeper Nyland in der Verlängerung ermöglichte Bellingham den entscheidenden Abstauber zum 2:1. Zuvor hatte Norwegen sogar ein Tor durch Torbjörn Lysaker Heggem erzielt, das jedoch nach Videobeweis wegen eines Foulspiels von Haaland nicht anerkannt wurde. Norwegen drängte weiter und traf durch Kristoffer Ajer die Latte, doch England rettete sich in die Verlängerung.

Die englische Nationalmannschaft trifft nun am Mittwoch in Atlanta auf Weltmeister Argentinien oder die Schweiz.

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Source: spiegel.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.