Spanien besiegt Belgien im WM-Viertelfinale, Torhüter-Tragik bei Belgien

Spanien besiegt Belgien im WM-Viertelfinale, Torhüter-Tragik bei Belgien

Spaniens Weg ins Halbfinale

Spanien hat sich in Los Angeles mit einem 2:1-Sieg gegen Belgien für das Halbfinale qualifiziert. Dies ist das erste Mal seit 2010, dass die spanische Nationalmannschaft wieder unter die letzten Vier einer Weltmeisterschaft einzieht. Das entscheidende Tor fiel kurz vor Spielende.

Der Europameister wird am kommenden Dienstag gegen Frankreich um den Einzug ins Endspiel spielen.

Entscheidende Momente und Torhüter-Dilemma

In der 88. Minute erzielte Mikel Merino das 2:1 für Spanien. Der Treffer entstand, nachdem Pau Cubarsi aus 25 Metern abgezogen hatte und der belgische Torhüter Senne Lammens den Ball abprallen ließ. Merino stand bereit und staubte ab.

Für Belgien war es ein Abend voller Rückschläge auf der Torhüterposition. Senne Lammens stand nur zwischen den Pfosten, weil Stammtorhüter Thibaut Courtois in der 71. Minute wegen einer Oberschenkelverletzung vom Feld musste. Courtois hatte bereits beim spanischen 1:0-Führungstreffer einen Schuss von Dani Olmo nur in die Mitte abwehren können, woraufhin Fabián Ruiz per Abstauber traf.

Lammens‚ Lapsus in der Schlussphase war der Höhepunkt eines unglücklichen Abends für die belgischen Torhüter. Der Schuss von Cubarsi war nicht besonders scharf, doch Lammens ließ den Ball nach vorne abprallen, was Merino zum Siegtreffer nutzte. Dies war erst Lammens‚ drittes Länderspiel, und er wurde in einem WM-Viertelfinale beim Stand von 1:1 eingewechselt, was einen enormen Druck darstellte.

Auch vor Spielbeginn gab es eine ungewollte Änderung in der belgischen Aufstellung: Kapitän Tielemans verletzte sich beim Aufwärmen und wurde kurzfristig durch Vanaken ersetzt. Trainer Rudi Garcia äußerte sich nach dem Spiel zu den Umständen: „Die Verletzungen waren natürlich nicht vorteilhaft für uns. Gegen so eine Mannschaft darf man keine Fehler machen. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, vor allem, als wir ausgeglichen hatten. Manchmal zählen die Details, es hat heute einfach nicht gereicht.“

Spaniens taktische Entscheidungen und Belgiens Ausgleich

Spaniens Trainer Luis de la Fuente traf ebenfalls eine bemerkenswerte Entscheidung vor dem Spiel, indem er Pedri auf die Bank setzte. Pedri hatte zuvor in allen fünf Spielen von Beginn an gespielt, doch gegen Belgien startete Fabian Ruiz. Diese mutige Entscheidung zahlte sich aus, als Ruiz in der 30. Minute das 1:0 für Spanien erzielte.

Die Belgier konnten noch vor der Pause ausgleichen. Charles De Ketelaere köpfte die Kugel nach einer Flanke von Castagne in der 41. Minute zum 1:1 über die Linie. Dies war das erste Gegentor für Spaniens Schlussmann Simon in diesem Turnier, nachdem er zuvor 649 Minuten lang keinen Treffer zugelassen hatte.

Thibaut Courtois, der seit 2014 keine WM-Minute für Belgien verpasst hatte, musste das Spiel mit Tränen in den Augen verlassen. Er gab an, dass er trotz Schmerzen im Quadrizeps gerne weitergespielt hätte, die Entscheidung des Trainers jedoch respektierte, da das Team über allem stehe. Courtois‚ Serie von 21 WM-Spielen könnte somit beendet sein, und er erwägt eine Pause von der Nations League, um sich zu erholen und möglicherweise für die Qualifikationsspiele und die EM 2026 zurückzukehren.

Mikel Merino ist bekannt für seine späten Tore; er erzielte bereits im Achtelfinale gegen Portugal in der ersten Minute der Nachspielzeit den 1:0-Siegtreffer.

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Source: spiegel.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.