Umstrittener Elfmeter und lange Wartezeit
Im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Frankreich und Marokko kam es zu einer bemerkenswerten Szene, als Kylian Mbappé einen Elfmeter zugesprochen bekam. Nach einem Foul des ehemaligen Bayern-Verteidigers Noussair Mazraoui zeigte Schiedsrichter Facundo Tello aus Argentinien auf den Punkt. Vor der Ausführung des Strafstoßes kam es jedoch zu einer ungewöhnlich langen Verzögerung.
Zwischen dem Pfiff und der tatsächlichen Ausführung des Elfmeters vergingen mehr als 3 Minuten. Diese Wartezeit, die durch einen langen VAR-Check des argentinischen Schiedsrichtergespanns um Facundo Tello und VAR-Schiedsrichter Hernan Mastrangelo verursacht wurde, irritierte Mbappé sichtlich. Er hob vorwurfsvoll die Hände.
ARD-Experte Bastian Schweinsteiger äußerte sein Unverständnis über die Situation. Er bezeichnete die lange Wartezeit als „Witz“ und kritisierte das Vorgehen des Schiedsrichterteams scharf. Schweinsteiger vermutete, dass eine solche Verzögerung den Schützen aus dem Konzept bringen könne und sprach von einer möglichen „WM-Verschwörung“, die Diskussionen über den Einfluss des argentinischen Schiedsrichters auf den Elfmeter aufkommen lasse.
Diskussion um Mundverdecken und Rivalität
Während der langen Wartezeit vor dem Elfmeter unterhielten sich Frankreichs Ousmane Dembélé und der Marokkaner Issa Diop. Diop bedeckte dabei seinen Mund mit dem Trikot, eine Aktion, die bei der laufenden WM bereits zu Platzverweisen geführt hatte, wie im Fall des Paraguayers Miguel Almiron.
Die FIFA-Regelhüter des International Football Association Board (Ifab) präzisierten jedoch, dass ein Spieler nur vom Platz fliegen soll, wenn er in einer konfrontativen Situation mit einem Gegenspieler den Mund bedeckt. FIFA-Schiri-Boss Pierluigi Collina hatte vor dem Turnier klargestellt, dass Spieler ihren Mund weiterhin bedecken dürfen, wenn sie sich mit Freunden unterhalten.
Diop hatte Glück, da Dembélé die Versuche, Unruhe zu stiften, mit einem Lächeln quittierte und die Situation nicht als konfrontativ eingestuft wurde. Die Verzögerung hatte jedoch Konsequenzen für Frankreich, da Mbappé schließlich am marokkanischen Torwart Bono scheiterte.

Die Nominierung eines rein argentinischen Schiedsrichterteams für das Spiel verärgerte französische Fans und Medien, da es das erste Mal im Turnier war, dass alle Schiedsrichter eines K.o.-Spiels aus derselben Nation stammten. Zwischen Frankreich und Argentinien besteht eine große Rivalität, da Argentinien das WM-Finale 2022 gegen die „Équipe Tricolore“ gewann und Frankreich vier Jahre zuvor die Südamerikaner im Achtelfinale ausschaltete. Beide Teams könnten erneut im Finale aufeinandertreffen.
Trotz der Diskussionen um die Schiedsrichterentscheidungen konzentrierte sich die Mannschaft von Didier Deschamps auf das Spiel. Bayern Münchens Starverteidiger Dayot Upamecano betonte, dass sie sich nicht auf den Schiedsrichter konzentrieren, sondern auf den Gewinn des Spiels gegen Marokko.
Nach der Halbzeitpause gelang es Mbappé, sein Team in Führung zu bringen. Der Spieler von Real Madrid erzielte nach etwa einer Stunde das 1:0. In der 66. Minute erhöhte Ousmane Dembélé auf 2:0.
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Source: bild.de
