Hildebrand verteidigt Neuer nach Gegentor
Nach der 1:2-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Ecuador bei der WM hat der ehemalige Nationaltorwart Timo Hildebrand die Kritik an Manuel Neuer scharf zurückgewiesen. Viele Experten und Fans hatten Neuer nach dem zweiten Gegentor kritisiert, da er beim Treffer keine gute Figur gemacht habe. Hildebrand äußerte sich in einem Instagram-Video und betonte, dass die Diskussion um Neuers Leistung ihn verärgere.
Hildebrand, der selbst als früherer Stuttgart-Keeper sieben Länderspiele absolvierte, wies die Vorwürfe gegen Neuer entschieden zurück. Er argumentierte, dass die Schuld für das Gegentor nicht allein bei Neuer liege. Stattdessen verwies er auf Fehler von anderen Spielern, die dem Tor vorausgingen. Er hob hervor, dass David Raum ein Kopfballduell verlor, Jamal Musiala weggeschubst wurde und Jonathan Tah falsch stand. Hildebrand kritisierte, dass niemand über diese Fehler spreche, sondern sich stattdessen auf Neuer konzentriere.
Der frühere Nationalkeeper zeigte sich besonders irritiert über die schnelle Meinungsänderung vieler Fans, die Neuer zuvor noch als WM-Torwart gefordert hatten. Er erklärte, dass Neuer in einer schnellen Szene versuchte, den Ball zu fangen, und den Spieler dabei nicht sehen konnte. Hildebrand richtete sich direkt an Medien und Fans, indem er sagte, sie hätten keine Ahnung, da sie nie selbst im Tor gestanden hätten. Er forderte dazu auf, Neuer in Ruhe zu lassen und stattdessen über die drei Spieler zu berichten, die zuvor Fehler gemacht hatten.
Neuer und Schweinsteiger äußern sich
Manuel Neuer selbst wies die Vorwürfe ebenfalls zurück. Der Weltmeister von 2014 bezeichnete die Situation als keinen Torwartfehler. Er erklärte, es sei eine normale Kopfballverlängerung gewesen, bei der er versucht habe, den Ball zu fangen. Neuer betonte, dass jeder Torwart, der Erfahrung habe, wisse, dass man sich in einer solchen Situation positionieren und versuchen müsse, den Ball zu fangen. Für Neuer verlief die WM bisher nicht ganz nach Plan, da er im Turnier bereits vier Gegentore kassierte und nur drei Paraden verzeichnete.

Auch ARD-Experte Bastian Schweinsteiger nahm seinen langjährigen Kollegen in Schutz, obwohl ihm das Thema sichtlich unangenehm war. Nach der 1:2-Niederlage gegen Ecuador analysierte Schweinsteiger zunächst die Positionierung und das Zweikampfverhalten anderer Spieler beim verhängnisvollen Eckball, der zum Siegtreffer Ecuadors führte. Er erklärte, dass es für einen Torwart extrem schwer sei, in einer solchen Situation zu reagieren, besonders wenn viele Spieler vor ihm stehen. Schweinsteiger betonte, dass Neuer für das deutsche Spiel weiterhin sehr wichtig sein werde.
Trotz der Niederlage, die für die deutsche Nationalmannschaft sportlich zu verschmerzen war, da sie bereits vor dem letzten Gruppenspiel für die K.o.-Runde qualifiziert war, bleibt die Diskussion um Neuers Leistung bestehen. Die Schlüsselszene des Spiels war Ecuadors Siegtreffer. Schweinsteiger räumte am Ende ein, dass die deutsche Mannschaft nicht zur Weltspitze gehöre, aber auch nicht schlecht sei. Er betonte, dass man gegen robuste und technisch gute Mannschaften Schwierigkeiten habe und es noch Luft nach oben gebe.

Maier kritisiert und verteidigt Neuer
Torwartlegende Sepp Maier äußerte sich ebenfalls zu Neuers Leistung im Spiel gegen Ecuador. Er sagte zu Neuer: „Manu, früher hättest du den souverän gehalten“, bezogen auf den 1:2-Gegentreffer. Maier räumte ein, dass die Situation unglücklich aussah und er Neuers Reaktion gegenüber Reportern verstehen könne, die ihm einen großen Fehler andichten wollten. Er betonte, dass Neuer nicht der Sündenbock für die Niederlage sei und dies unfair wäre.
Maier merkte an, dass Neuer dem Ball früher hätte entgegengehen müssen, anstatt auf ihn zu warten. Er forderte, dass ein Torwart seiner Klasse in solchen Situationen aktiver agieren müsse und sich an die eigene Nase fassen solle. Gleichzeitig betonte Maier, dass Neuer über viele Jahre Maßstäbe gesetzt habe und weiterhin ein außergewöhnlicher Keeper sei. Er erklärte, dass Neuers Leistung besonders kritisch bewertet werde, weil der Anspruch an ihn ein anderer sei, da er Deutschland so oft gerettet habe.
Trotz der Kritik nahm Maier den Bayern-Keeper in Schutz. Er argumentierte, dass ein einzelner Fehler nicht überbewertet werden dürfe, zumal Deutschland die wichtigste Aufgabe in der Gruppe bereits erfüllt hatte. Maier stellte klar, dass es kein „Drama-Spiel“ gewesen sei, da die Qualifikation bereits geschafft war. Er betonte jedoch, dass in der K.o.-Runde solche Situationen brutal bestraft würden und Neuer wieder der Alte sein müsse. Für Maier bleibt Neuer trotz des Patzers die klare Nummer eins im deutschen Tor, und er traut dem Routinier zu, die Mannschaft auch in der K.o.-Phase als Führungsspieler anzuführen.
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Source: bild.de
