George Russell hat sich die Pole-Position für den Großen Preis von Österreich gesichert. Der Mercedes-Pilot erzielte im Qualifying die Bestzeit, was jedoch nach einem Zwischenfall mit Max Verstappen zu einer Überprüfung führte. Trotz einer gelben Flagge im letzten Sektor wurde Russells Zeit bestätigt, da die Rennleitung keinen Fehler feststellte.
Die Entscheidung, Russell die Pole-Position zuzusprechen, folgte einer Untersuchung durch den Weltverband Fia. Diese Untersuchung war notwendig geworden, nachdem Max Verstappen von Red Bull kurz vor Ende des Zeitfahrens verunfallt war. Russell war zu diesem Zeitpunkt auf der Strecke und musste auf die Gefahrensituation reagieren. Er verlangsamte sein Tempo kurzzeitig, gab aber schnell wieder Vollgas, was zu Spekulationen über einen möglichen Verstoß führte.
Teamchef Toto Wolff lobte Russells Vorgehen als „super clever“. Er erklärte, dass es sich lediglich um eine einfache gelbe Flagge handelte, bei der Fahrer nur kurz vom Gas gehen müssen, um kein Risiko an der Unfallstelle einzugehen. Bei einer doppelten gelben Flagge hätte Russell stärker abbremsen müssen. Russell selbst bestätigte über Funk, dass er kurz vom Gas gegangen war und dabei „etwas mehr als 0,1 Sekunden“ verloren hatte.
Für Russell ist dies die erste Pole-Position seit dreieinhalb Monaten. Die Zeitenjagd im Qualifying war dramatisch, wobei sich die Piloten immer wieder gegenseitig unterboten. Verstappen, dessen Red Bull mit einem großen Update-Paket ausgestattet war, zeigte sich konkurrenzfähig, verlor aber in der vorletzten Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug und schied aus.
Verstappen wird das Rennen von Startplatz fünf aufnehmen. Er hatte im zweiten Teil des Qualifyings nur knapp den Einzug in die nächste Runde geschafft und profitierte davon, dass er in der letzten Phase des Zeitfahrens deutlich schneller war als zuvor am Wochenende, bis zu seinem Unfall.
Russells Teamkollege Kimi Antonelli, der die Fahrer-WM anführt, konnte sich im Qualifying nicht verbessern und startet von Rang vier. Antonelli gestand einen Fehler ein, da er von einer doppelten gelben Flagge ausgegangen war und zu stark vom Gas ging. Trotzdem wird ihm eine gute Chance auf den Sieg eingeräumt, da er in den Trainingseinheiten dominierend war.
Die Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Lewis Hamilton werden von den Plätzen zwei und drei ins Rennen gehen. Hamilton liegt in der WM-Wertung mit 41 Punkten Rückstand auf Antonelli auf dem zweiten Platz, während Russell mit 50 Punkten Rückstand Dritter ist.
Die Bedingungen beim Rennen am Sonntag könnten eine Herausforderung darstellen. Es werden Temperaturen von bis zu 36 Grad erwartet, was den Reifenverschleiß deutlich erhöhen könnte. Die Teams hatten ursprünglich mit einem geringeren Verschleiß gerechnet.
Ein besonderes Augenmerk lag auch auf einem Funkspruch von Teamchef Toto Wolff an George Russell während des Qualifyings: „George, jetzt fahr einfach!“ Dieser Spruch sorgte für Aufsehen, wurde aber von Russell als eine motivierende Botschaft und eine Erinnerung an frühere Gespräche interpretiert. Russell erklärte, dass Wolff ihm immer den Rücken gestärkt habe, besonders in einer bisher schwierigen Saison, in der die Leistung des Autos schwankte.
Russell betonte, dass solche kleinen Nachrichten und Erinnerungen für ihn sehr wichtig seien, um sein Selbstvertrauen zu stärken. Er sei froh über das Ergebnis und fühle sich bereit für das Rennen. Er ist zuversichtlich, dass er seinen Teamkollegen Kimi Antonelli besiegen kann, wenn er seinen Rhythmus findet, wie er es bereits in Barcelona, Kanada, Melbourne und China getan hat.
Für Nico Hülkenberg im Audi verlief das Qualifying weniger erfolgreich. Er belegte den 14. Platz und startet damit zum dritten Mal in dieser Saison hinter seinem Teamkollegen Gabriel Bortoleto, der auf Rang elf liegt. Hülkenberg wartet vor dem achten WM-Lauf weiterhin auf seine ersten Saisonpunkte. Das Rennen beginnt am Sonntag um 15:00 Uhr.
Read Also
Source: bild.de
