Arthur Ferys Märchenlauf in Wimbledon
Arthur Fery, der britische Tennisspieler, sorgt in Wimbledon für Aufsehen, indem er als Wildcard-Spieler das Halbfinale erreicht hat. Seine beeindruckende Leistung hat Vergleiche mit dem Erfolg von Goran Ivanisevic im Jahr 2001 hervorgerufen, der ebenfalls als Wildcard-Spieler das Turnier gewann. Fery, der aktuell auf Platz 114 der Weltrangliste steht, hat sich in die Herzen der Fans gespielt und wird nun im Halbfinale auf Alexander Zverev treffen.
Der 23-jährige Fery, der in Sèvres bei Paris geboren wurde, wuchs nur wenige Minuten von der Wimbledon-Anlage entfernt auf. Seine frühere Schule liegt lediglich 1500 Meter vom Veranstaltungsort entfernt. Diese lokale Verbindung hat ihn zu einem Publikumsliebling gemacht. Er selbst beschreibt seine Teilnahme am Turnier als „unwirklich“.
Fery hat auf seinem Weg ins Halbfinale unter anderem den italienischen French-Open-Finalisten Flavio Cobolli besiegt. Dieses Match gewann er in drei Sätzen mit 6:4, 7:6 (7:4) und 6:0. Seine Mutter, Olivia Fery, war selbst Tennisprofi, und sein Vater, Loic Fery, ist Präsident des französischen Erstligisten FC Lorient. Arthur Fery spielte zudem drei Jahre College-Tennis in Stanford.
Die Herausforderung Alexander Zverev
Im Halbfinale trifft Arthur Fery auf den French-Open-Sieger Alexander Zverev. Zverev ist sich seiner Favoritenrolle bewusst, erwartet aber eine große Herausforderung, nicht zuletzt aufgrund der Unterstützung des Publikums für seinen Gegner. Er rechnet damit, dass 99 Prozent der 15.000 Zuschauer auf dem Centre Court Fery anfeuern werden.
Zverev, der fast 30 Jahre alt ist und lange genug auf der Tour dabei ist, zeigt sich unbeeindruckt von der erwarteten Atmosphäre. Er hat nach eigenen Angaben bereits die „feindseligsten, schwierigsten und unfairsten“ Zuschauer erlebt und kommt damit zurecht. Er betont, dass das englische Publikum in London stets fair sei, auch wenn es laut und ausgelassen sein kann.
Für Zverev ist es eine weitere Gelegenheit, in Wimbledon Geschichte zu schreiben. Er könnte der erste deutsche Sieger im Männer-Einzel seit Michael Stich vor 35 Jahren werden. Er freut sich auf die harte Herausforderung in einem Grand-Slam-Halbfinale.

Königliche Unterstützung und historische Parallelen
Arthur Ferys Erfolg hat sogar das Königshaus in seinen Bann gezogen. In der zweiten Runde verfolgte Prinzessin Kate ein Match von ihm auf Court 18. Im Viertelfinale war Königin Camilla anwesend, die ihm nach dem Spiel gratulierte und ihn ermutigte, weiterzumachen. Fery erzählte der Königin, dass er am Sonntag Geburtstag habe und es schön wäre, das Finale an seinem Geburtstag zu spielen.
Die Geschichte von Fery als Wildcard-Spieler weckt Erinnerungen an Goran Ivanisevic, der 2001 als einziger Wildcard-Spieler Wimbledon gewann. Ivanisevic, der damals auf Platz 125 der Weltrangliste abgerutscht war und bereits ans Karriereende dachte, erhielt eine Wildcard und nutzte diese Chance zum Turniersieg. Die britische Presse stellt die Frage: „Can he do a Goran?“
Obwohl Fery und Ivanisevic unterschiedliche Karrieren haben – Fery steht zum ersten Mal in einem Wimbledon-Halbfinale, während Ivanisevic bereits dreimal im Finale stand, bevor er gewann – haben sie die Sympathie der Fans gemeinsam. Fery selbst glaubt stets an sich und daran, ein Topspieler zu sein. Er geht ohne Druck in das Match gegen Zverev, mit der Einstellung, nichts zu verlieren zu haben.
Sollte Fery auch Zverev besiegen und das Finale erreichen, würde er mindestens die Nummer 26 der Welt werden.
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Source: bild.de
