Paraguay setzt auf Betonabwehr: Deutschlands nächster WM-Gegner lässt Stürmer verzweifeln

Paraguay setzt auf Betonabwehr: Deutschlands nächster WM-Gegner lässt Stürmer verzweifeln

Paraguays Weg zur Weltmeisterschaft

Paraguay, auch bekannt als die „Albirroja“, hat sich nach 16 Jahren Abwesenheit wieder für eine Weltmeisterschaft qualifiziert. Unter Trainer Gustavo Alfaro, der das Team im August 2024 übernahm, gelang eine bemerkenswerte Wende. Zuvor war die Mannschaft bei der Copa América erstmals seit 99 Jahren punktlos ausgeschieden. Alfaro führte das Team in der Qualifikation zu 24 von 36 möglichen Punkten und verlor nur ein Pflichtspiel, eine 0:1-Niederlage gegen Brasilien.

Die Qualifikation war geprägt von zähen Spielen unter schwierigen Bedingungen. Paraguay erkämpfte sich ein Remis in Bolivien auf 4.100 Metern Höhe und punktete in Ecuador auf 2.800 Metern sowie in der Hitze von Barranquilla gegen Kolumbien. Ein torloses Unentschieden zu Hause gegen Ecuador besiegelte die Qualifikation. Nur die Ecuadorianer kassierten in der südamerikanischen Gruppe weniger Gegentore, was die defensive Stärke Paraguays unterstreicht.

Defensive Stärke und Gruppenspiele

Die Spielweise Paraguays zeichnet sich durch eine disziplinierte und tiefe Verteidigung aus, die kaum Torchancen zulässt. Diese Strategie war auch in der Gruppenphase der WM 2026 sichtbar. Im ersten Gruppenspiel gegen die USA in Los Angeles am 13. Juni erlitt Paraguay eine 1:4-Niederlage. Die USA nutzten die Räume, die ein offener agierendes Paraguay bot, was zu einem Fehlstart führte.

Im zweiten Gruppenspiel am 20. Juni in Santa Clara zeigte sich Paraguay von seiner defensivstarken Seite. Matías Galarza erzielte bereits in der 2. Minute das 1:0 gegen die Türkei. Anschließend zog sich die Mannschaft zurück und verdichtete das Zentrum, wodurch die Türkei kaum zu klaren Chancen kam. Selbst nach einer Roten Karte für Miguel Almirón kurz vor der Pause hielt die Abwehr stand und sicherte den 1:0-Sieg, der das Aus für die Türkei bedeutete.

Das letzte Gruppenspiel gegen Australien am 26. Juni in Santa Clara endete 0:0. Es war ein hart umkämpftes Spiel um den zweiten Platz. Australien verteidigte ebenfalls tief, und Paraguay entwickelte kaum Torgefahr. Torhüter Orlando Gill rettete kurz vor Schluss ein Unentschieden gegen den Australier Irvine. Dieses Ergebnis reichte Australien für das Sechzehntelfinale, während Paraguay mit vier Punkten als Gruppendritter ausschied.

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Gustavo Alfaro: Der Trainer hat Paraguay zurück zur WM geführt. (Quelle: IMAGO/Kai River Kanzer/imago) Credit: t-online.de

Schlüsselspieler und Trainer

Zu den wichtigen Spielern Paraguays gehört Kapitän Gustavo Gómez von Palmeiras. Der 33-jährige Verteidiger, der als einer der besten Südamerikas gilt, führt die Abwehr durch Kopfballstärke und Zweikampfhärte an. Er wartete 13 Jahre auf die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft und hielt gegen die Türkei und Australien die Null. Seine einzige Schwäche wird im Tempo gesehen.

Omar Alderete vom AFC Sunderland, ein 29-jähriger Linksfuß, ist ebenfalls eine feste Größe in der Abwehr. Er spielte fast jede Minute in der Qualifikation und erzielte ausgerechnet das Siegtor beim 2:1 gegen Argentinien. Im Mittelfeld ist Matías Galarza von Atlanta United, 24 Jahre alt, für seine Laufbereitschaft und seinen starken linken Fuß bekannt. Er schoss das entscheidende Tor gegen die Türkei.

Der teuerste Spieler im Kader ist Julio Enciso vom RC Straßburg, der als einziger echter Kreativspieler gilt. Der 22-Jährige debütierte bereits mit 15 Jahren in Paraguays erster Liga und wechselte mit 18 nach Brighton. Sein Tor gegen Manchester City wurde 2023 zum Treffer der Saison gewählt. Miguel Almirón von Atlanta United, 32 Jahre alt, ist für sein Tempo und seine Rolle als Anführer bei Kontern bekannt. Er sah jedoch gegen die Türkei kurz vor der Pause die Rote Karte.

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Julio Enciso: Er ist entscheidend für Paraguays Offensivspiel. (Quelle: IMAGO/Matthew Huang/Icon Sportswire/imago) Credit: t-online.de

Trainer Gustavo Alfaro, ein 63-jähriger Argentinier, wird in Paraguay als Nationalheld gefeiert. Er beendete seine Spielerkarriere bereits 1992, um Trainer zu werden. Mit dem kleinen Klub Arsenal de Sarandí gewann er 2007 die Copa Sudamericana und 2012 die argentinische Meisterschaft. Seine Arbeit hat Paraguay eine neue Chance auf der Weltbühne gegeben.

Deutschlands Perspektive

Rudi Völler, Direktor des DFB, äußerte sich nach der 1:2-Niederlage Deutschlands gegen Ecuador im letzten Gruppenspiel der WM 2026. Obwohl der Gruppensieg bereits gesichert war, betonte Völler, dass die deutsche Mannschaft nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie „wirklich alles gibt“. Er ist überzeugt, dass das Team an guten Tagen jede Mannschaft schlagen kann, wenn sie „100 Prozent da ist“.

Völler räumte ein, dass Deutschland keine Mannschaft ist, die mit weniger Einsatz gewinnt. Er merkte an, dass andere Nationen möglicherweise mit ein paar Prozent weniger ihre Ziele erreichen könnten, dies aber für Deutschland nicht zutreffe. Trotzdem zeigte sich Völler vor dem Achtelfinale am Montag entspannt und zuversichtlich, dass die Mannschaft am Montag alles geben wird.

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Source: t-online.de

Jonas Keller

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.