Merlier siegt in Bordeaux, Kanter Vierter
Die siebte Etappe der Tour de France endete in Bordeaux mit einem Sieg für Tim Merlier vom Team Soudal Quick-Step. Der belgische Sprinter setzte sich im Massenspurt durch und verwies Sören Wärenskjold (Uno-X Mobility) auf den zweiten Platz, gefolgt von Biniam Girmay (NSN Cycling) auf Rang drei. Für Merlier war dies der vierte Tagessieg beim wichtigsten Radrennen der Welt. Die Etappe war von hohen Temperaturen geprägt, die knapp unter der 40-Grad-Marke lagen.
Für die deutschen Radprofis setzte sich das Warten auf einen Etappensieg fort. Der formstarke Sprinter Max Kanter erreichte den vierten Platz. Er äußerte sich nach dem Rennen frustriert über die Platzierung: „Wir waren einen Ticken zu weit hinten, hatten gar keinen Platz“, erklärte Kanter. Er fügte hinzu, dass das Timing im Leadout nicht perfekt gewesen sei und für einen Etappensieg bei der Tour de France alles zusammenkommen müsse.

Phil Bauhaus komplettierte mit einem sechsten Rang ein weiteres ordentliches deutsches Ergebnis, während Pascal Ackermann den zwölften Platz belegte. Deutsche Radsportfans warten bereits seit 2017 auf einen Sieg im Massenspurt, als Marcel Kittel in Pau triumphierte.
Pogačar verteidigt Gelbes Trikot und Team-Interne Gespräche
Tadej Pogačar verteidigte sein Gelbes Trikot ohne Schwierigkeiten. Nach seiner starken Leistung auf der Tourmalet-Etappe, die als mögliche Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg galt, rollte der Slowene zusammen mit den anderen Spitzenfahrern im Hauptfeld ins Ziel. Deutschlands bester Klassementfahrer Florian Lipowitz konnte seinen siebten Rang in der Gesamtwertung verteidigen.

Die 175,1 km lange Etappe nach Bordeaux verlief größtenteils geradlinig. Die Stadt an der Garonne war bereits zum 77. Mal Etappenziel der Tour, nur Paris wurde häufiger angefahren. Trotz der langen Geschichte der Stadt als Etappenziel überwog nach dem Pyrenäen-Spektakel zunächst die Langeweile im Peloton.
Spannung kam erst etwa 55 km vor dem Ziel beim Zwischensprint auf. Max Kanter zeigte sich erneut in guter Form und sicherte sich als Dritter des Pelotons zwölf Punkte. Die beiden Ausreißer Baptiste Veistroffer und Jakub Otruba wurden 18 km vor dem Ziel eingeholt.
Spannungen im Team Red Bull-Bora-hansgrohe ausgeräumt
Im Team Red Bull-Bora-hansgrohe gab es vor dem Start in Hagetmau Bemühungen, teaminterne Spannungen zu klären. Florian Lipowitz, der Gesamtdritte von 2025, erklärte, dass er und sein Teamkollege Remco Evenepoel im Bus miteinander gesprochen hätten. „Ich glaube, es ist alles geklärt. Die Stimmung ist gut. Ich würde da jetzt nicht so viel Wert darauf legen“, sagte Lipowitz der ARD.
Die Gespräche folgten auf Kritik von Remco Evenepoel an Lipowitz nach der Pyrenäen-Etappe am Donnerstag. Evenepoel hatte Lipowitz vorgeworfen, nicht auf seine Bitte um Unterstützung im Sprint reagiert zu haben, und sich „wütend, und das zurecht“ geäußert. Am Freitag klangen die Äußerungen des Olympiasiegers deutlich versöhnlicher. Die geteilte Kapitänsrolle der beiden Topfahrer soll sich vorerst nicht ändern.
Das Terrain der Rundfahrt wird sich zunächst nicht wesentlich ändern. Die Sprinter könnten bereits am Samstag ihre nächste Chance erhalten, da die achte Etappe von Périgueux nach Bergerac ebenfalls für eine Massenankunft geeignet ist.

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Source: n-tv.de
